Steiermark

Maßnahmen gegen Radikalisierung an steirischen Schulen – Bildungslandesrat Amon präsentiert Maßnahmenpaket

In den letzten Jahren ist auch in der Steiermark ein verstärkter Trend zur Radikalisierung einzelner Schülerinnen und Schüler an Schulen zu beobachten. Dies führt immer häufiger zu Suspendierungen von Schülerinnen und Schülern. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat der Bildungslandesrat Werner Amon ein Expertengespräch im Grazer Landhaus einberufen. Dabei waren Vertreter der jüdischen und muslimischen Religionsgemeinden, der Landespolizeidirektion, des Verfassungsschutzes, sowie Direktoren und Vertreter der Bildungsdirektion steirischer Schulen anwesend. Das Ergebnis dieser Beratungen ist ein Maßnahmenpaket, das jetzt auf seine Umsetzbarkeit geprüft wird.

Bildungslandesrat Werner Amon betont, dass es angesichts der Eskalation des Nahost-Konflikts besonders wichtig sei, entschieden gegen Radikalisierung an den Schulen vorzugehen. Antisemitismus und islamistischer Extremismus dürften keinen Platz in der Gesellschaft und an Schulen haben. Das Maßnahmenpaket sieht vor, verstärkt Ressourcen für Demokratiebildung und Wertevermittlung bereitzustellen, um die Radikalisierung junger Menschen zu verhindern.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Deradikalisierung gliedern sich in drei Bereiche, die kaskadenartig an steirischen Schulen angewendet werden können. Zum einen wird ein Förderunterricht für Kinder vorgeschlagen, die Schwierigkeiten mit Empathie, kritischer und wertschätzender Grundhaltung sowie dem Umgang mit Heterogenität haben. Dieser Förderunterricht kann von der Klassenlehrperson festgestellt und als verpflichtend durchgeführt werden.

Für radikalisierte oder gewalttätige Schülerinnen und Schüler wird eine intensivere Förderung in Anlehnung an den Sonderpädagogischen Förderunterricht vorgeschlagen. Diese Schülerinnen und Schüler werden für einen bestimmten Zeitraum in speziellen Klassen unterrichtet und können dann wieder in Regelklassen integriert werden.

Des Weiteren sollen Schulleiter die Möglichkeit haben, Suspendierungen von Schülerinnen und Schülern auszusprechen, sobald Gefahr im Verzug ist. Diese Suspendierungen sollen sofort wirksam werden und die betroffenen Schülerinnen und Schüler sollen während dieser Zeit mit Begleitmaßnahmen wie psychologischer Betreuung unterstützt werden.

Um die Maßnahmen zu unterstützen, sollen die Anzahl der Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter erhöht und pädagogische Kriseninterventionsteams an den Schulen eingesetzt werden.

Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, effektiv gegen Radikalisierungstendenzen an steirischen Schulen vorzugehen und den Pädagoginnen und Pädagogen die notwendigen Werkzeuge im Umgang mit diesem schwierigen Thema zur Verfügung zu stellen.

Tabelle: Anzahl der gemeldeten Fälle von Radikalisierungstendenzen an steirischen Schulen in den letzten Jahren

Jahr Anzahl der Fälle
2021 10
2022 15
2023 20
2024 25

Diese Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg von gemeldeten Fällen von Radikalisierungstendenzen an steirischen Schulen. Die Notwendigkeit eines solchen Maßnahmenpakets wird dadurch nochmals unterstrichen. Es ist wichtig, dass die Schulen und die gesamte Gesellschaft gemeinsam gegen Radikalisierung an Schulen vorgehen, um den Schülerinnen und Schülern ein sicheres Lernumfeld zu bieten.



Quelle: Land Steiermark

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