Die Inbetriebnahme der Koralmbahn, die im Dezember 2025 stattfinden wird, stellt einen bedeutsamen Schritt für die wirtschaftliche Entwicklung im Süden Österreichs dar. Über 1,8 Millionen Einwohner:innen und 770.000 Arbeitskräfte werden in dem neu geschaffenen Lebens- und Wirtschaftsraum profitieren. Die Bundesländer Kärnten und Steiermark arbeiten gemeinsam an Strategien, um das wirtschaftliche Potenzial dieser Region gezielt zu nutzen. Der STVP-Klubobmann Lukas Schnitzer hebt die Notwendigkeit von Kooperation und einer abgestimmten Zukunftsstrategie hervor, während Kärntens ÖVP-Clubobmann Markus Malle die Vorteile gemeinsamer Projekte betont, die beiden Bundesländern zugutekommen.

In diesem Rahmen ist bereits die erste gemeinsame Ausschusssitzung für Juni 2026 geplant. Ziel ist es, die Landtagsaussschüsse enger zusammenarbeiten zu lassen und gemeinsam zu tagen. Die Koralmbahn wird nicht nur die geografische Anbindung zwischen Graz und Klagenfurt verbessern, sondern auch als integratives Element zwei bedeutende Wirtschaftsregionen verbinden.

Wirtschaftsraum Südösterreich

Die Koralmbahn wird die wirtschaftliche Achse zwischen Kärnten und der Steiermark stärken. Damit wird unter anderem ein Fokus auf verschiedene Schlüsselbranchen gelegt. Mikroelektronik, grüne Technologien, nachhaltige Mobilität und Digitalisierung sollen profitabel gebündelt werden. Die Initiative wird durch die Industrie unterstützt, die aktiv zur Stärkung des Wirtschaftsraums beitragen möchte. IV-Kärnten-Präsident Timo Springer sowie IV-Steiermark-Präsident Kurt Maier betonen die Notwendigkeit, klare Strategien und Initiativen zur wirtschaftlichen Entwicklung zu entwickeln.

Die Koralmbahn wird auch den Koralmbahn-Index nutzen, welcher vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, um die wirtschaftlichen, infrastrukturellen und sozialen Auswirkungen der Bahnverbindung messbar zu machen. Dies zeigt, dass die Inbetriebnahme als historische Chance angesehen wird. Um diese Chance vollständig auszuschöpfen, sind laufende Abstimmungen und gemeinsames Handeln aller Akteure erforderlich.

Gemeinsame Zukunftsprojekte

Ein zentrales Anliegen ist die Einführung eines durchgängigen, länderübergreifenden Tarifsystems für die Koralmbahn. Darüber hinaus sollen regionale Klimatickets auf wichtigen Koridorstrecken wie der Koralmbahn gelten, ohne zusätzliche Kosten für die Länder zu verursachen. Ein gemeinsames „Sommercard Süd“ wird als Weiterentwicklung der Steiermark Card und Kärnten Card geplant, um Tourismus und regionale Angebote zu stärken.

Die geplanten Maßnahmen umfassen auch die Schaffung gemeinsamer Erlebnisangebote, länderübergreifende Kampagnen sowie kulturelle und kulinarische Schwerpunkte. Dies soll dazu beitragen, die Nebensaison zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Region im europäischen Kontext zu erhöhen. Ein weiterer Punkt ist die Forderung nach vollständiger Finanzierung aller Breitbandprojekte und einem fairen, regional angepassten Fördermodell ab 2026.

Potenziale für den Tourismus

Das 2. AREA SÜD Wirtschaftsforum in Unterkärnten, das knapp zwei Monate vor der Koralmbahn-Inbetriebnahme stattfand, diente der Diskussion der wirtschaftlichen Chancen, die die neue Bahnverbindung bietet. Gerhard Oswald, WK-Bezirksobmann Wolfsberg, betonte die strategische Bedeutung der Koralmbahn für Unterkärnten und deren Fähigkeit, Verkehrswege sowie Lebensräume entscheidend zu verändern.

Diese Sichtweise wird von zahlreichen Experten gestützt, die die Koralmbahn als ein Schlüsselinstrument für die Entwicklung der Region und die Verbesserung der Standortqualität betrachten. Die Verknüpfung zwischen Wirtschaft, Infrastruktur und Forschung wird als unerlässlich erachtet, um eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben und Unterkärnten als Motor für ganz Südösterreich zu positionieren.

Die Koralmbahn weist zudem eine wichtige Rolle im Baltisch-Adriatischen Korridor auf und dient als Teil einer strategischen Vormittagsachse, wodurch die Vernetzung Südösterreichs mit dem restlichen Europa gestärkt wird. Mit diesen Perspektiven im Blick wird deutlich, dass die Koralmbahn über den regionalen Kontext hinaus erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Integration innerhalb Europas haben kann.