Am 1. Februar 2026 feiert die Oper „Monster’s Paradise“ von Olga Neuwirth ihre mit Spannung erwartete Uraufführung in Hamburg. Diese besondere Produktion ist das Resultat einer erneuten Zusammenarbeit mit der renommierten Autorin Elfriede Jelinek, die nach fast 25 Jahren zustande kommt. Die Proben für dieses Werk, das in einen Koproduktion von der Oper Graz und dem Opernhaus Zürich entsteht, laufen bereits auf Hochtouren. Neuwirth, die in einem Interview über den plötzlichen Tod ihrer Mutter während des Komponierens sprach, erklärte, dass dieser tragische Verlust zu Verzögerungen in der Fertigstellung der Oper geführt hat.
Die Komponistin, die in der internationalen Musikszene als eine der innovativsten Stimmen gilt, thematisiert in „Monster’s Paradise“ die drückenden sozial-politischen Realitäten der heutigen Zeit. Die Mechanismen von Macht und Gier, so Neuwirth, sind zeitlos und erscheinen immer wieder in wechselnden Verkleidungen. Die Hauptprotagonistinnen dieser „Grand Guignol Opéra“ sind zwei Vampiretten, deren Identität die Zuschauer selbst interpretieren können.
Ein kreatives Comeback und die Herausforderungen von Komponistinnen
Olga Neuwirth betont, dass Komponisten oft keine ständige Heimat in Opernhäusern finden, was die bemerkenswerte Wiederbelebung ihrer Partnerschaft mit Jelinek umso bedeutender macht. Trotz der Unterbrechung ihrer Zusammenarbeit, die nicht durch persönliche Differenzen bedingt war, beschreibt Neuwirth die Verbindung als eines, das von über 40 Jahren Vertrauen geprägt ist. Der Regisseur Tobias Kratzer bringt außerdem frischen Wind in die Staatsoper Hamburg, um diese als lebendige Stätte für Musik weiterzuentwickeln.
Die Oper wird nach der Uraufführung auch an mehreren Terminen im Februar aufgeführt, darunter am 4., 8., 11., 13. und 19. Februar. Besonders hervorzuheben ist dabei die Tatsache, dass Neuwirths Schaffen in einem breiten Spektrum von musikalischen Genres angesiedelt ist, das traditionelles Opernverständnis hinterfragt und neu definiert.
Lucas Niggli und zeitgenössische musikalische Einflüsse
Ein besonderer Akzent wird auch auf die musikalische Ausgestaltung gelegt, für die Lucas Niggli, ein herausragender Schweizer Schlagzeuger und Perkussionist, verantwortlich ist. Niggli gilt als einer der interessantesten Drummer in der europäischen zeitgenössischen Musikszene und hat weltweit mit verschiedenen Formationen getourt. Seine Fähigkeit, an der Schnittstelle von improvisierter und komponierter Musik zu arbeiten, wird sicherlich auch in „Monster’s Paradise“ zur Geltung kommen.
Niggli ist als gefragter Gast bei bedeutenden Festivals und hat mit zahlreichen renommierten Musikern zusammengearbeitet. Zu seinen aktuellen Formationen zählen die Ensembles Steamboat Switzerland und Duo mit Sänger Andreas Schaerer. Geplante Veranstaltungen für „Monster’s Paradise“ finden ebenfalls im März und April 2026 statt, was die lange Lebensdauer dieses faszinierenden Werks unterstreicht.
Olga Neuwirth ist nicht nur für ihren innovativen Umgang mit Klangmaterialien bekannt; sie hat auch den entscheidenden Einfluss auf die zeitgenössische Musikszene, indem sie Genregrenzen überschreitet und wichtige sozial-politische Fragen in ihren Werken behandelt. Ihr Weg als Komponistin führte sie von der ersten Auftragskomposition 1985 bis hin zu bedeutenden internationalen Auftritten, die ihr eine feste Position in der Welt der Musik sichern.
Zusammengefasst ist die Uraufführung von „Monster’s Paradise“ nicht nur ein bedeutendes Ereignis für Neuwirth und Jelinek, sondern auch ein Ausdruck der kontinuierlichen Suche nach einem Platz für innovative Stimmen in einer sich wandelnden kulturellen Landschaft.