Am 22. November 2025 fand im Werkskulturhaus ein spannender Vortrag mit dem Titel „Im Eis der Arktis – Österreichs neue Polarstation in Grönland“ statt. Geleitet wurde die Präsentation von Priv.-Doz. Dr. Andreas Trügler, dem Leiter der österreichischen Forschungsstation Sermilik. Trügler, der aus Klein St. Paul stammt, kehrte zurück in seine Heimat, um über die beeindruckende und oft extreme Natur Grönlands sowie die Herausforderungen der Forschung in dieser Region zu berichten. Während seines Vortrags wurde die Bedeutung des Standorts für die internationale Klimawissenschaft hervorgehoben.

Trügler kombinierte seine Expertise in Physik, Computersimulationen und Gletscherforschung, um die Forschungsaktivitäten in der Arktis sowohl von Graz als auch vor Ort zu koordinieren. Der Vortrag war reich an visuellen Eindrücken und klaren Erklärungen. Themen wie das tägliche Leben in der Forschungsstation, aktuelle Projekte zu Klima, Ökosystemen und langfristigen Veränderungen in der Polarregion wurden behandelt. Die anwesende Bürgermeisterin Gabi Dörflinger zeigte sich beeindruckt von den Schilderungen und dem Engagement, das Trügler für die Forschung in der Arktis zeigt. Der Vortrag endete in einer enthusiastischen Atmosphäre mit großem Applaus und einer anschließenden Diskussion über die Wissenschaft und die Herausforderungen der Arktisforschung.

Einblicke in die Polarforschung

Die Präsentation von Dr. Trügler passt in einen größeren Kontext der Polarforschung, die seit dem 19. Jahrhundert eng mit Entdeckungsfahrten verbunden ist. Laut Informationen des Umweltbundesamtes fand das erste Internationale Polarjahr von 1882 bis 1883 statt, das von elf europäischen Staaten sowie den USA organisiert wurde, um meteorologische und geomagnetische Untersuchungen sowie die Erforschung von Polarlichtern durchzuführen. Insgesamt gab es bisher vier internationale Polarjahre, wobei das letzte von März 2007 bis März 2009 stattfand.

Die Themen der arktischen Forschung sind vielfältig und umfassen Klimatologie, Biologie, Ozeanographie, Geologie, Glaziologie sowie sozialwissenschaftliche und medizinische Forschung. Dabei kommen unterschiedliche Forschungsmethoden zum Einsatz, einschließlich permanenter Forschungsstationen, temporären Feldlagern und Forschungsschiffen wie der Polarstern, die seit 1982 in der Arktis und Antarktis im Einsatz ist. Das Alfred-Wegener-Institut betreibt in der Arktis Langzeitstationen und ist eine der zentralen deutschen Forschungseinrichtungen in dieser Region.

Zudem ist der Bau eines neuen Forschungseisbrechers, der Polarstern II, in Planung. Dieser soll etwa 2020 der Wissenschaft übergeben werden und die Forschung in der Arctic weiter voranbringen. Die Polarstern, ausgestattet mit wissenschaftlichen Labors, Kühlräumen und Aquarien, trägt dazu bei, wertvolle Daten über die arktischen Ökosysteme zu sammeln und zu analysieren.

Insgesamt verdeutlicht der Vortrag von Dr. Andreas Trügler die fortdauernde Relevanz der arktischen Forschung, die nicht nur für die wissenschaftliche Gemeinschaft, sondern auch für das Verständnis der globalen Klimaveränderungen von entscheidender Bedeutung ist. Für weiterführende Informationen über die Sermilik-Station können Interessierte die Website sermilik-station.uni-graz.at besuchen.