Steiermark

Fachtagung zum Thema Gewalt im Tierschutz: Landtagspräsidentin gratuliert scheidender Ombudsfrau

Die diesjährige Fachtagung der Tierschutzombudsstelle Steiermark fand am 25. September 2023 am Steiermarkhof in Graz statt. Das Thema der Tagung war "Tierquälerei - (k)ein Kavaliersdelikt". Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck, die bald in den Ruhestand geht, begrüßte neben vielen interessierten Teilnehmern auch Ehrengäste wie die Zweite Landtagspräsidentin Gabriele Kolar und die Landtagsabgeordneten Maria Skarzel und Georg Schwarzl. In ihrer Rede gratulierte Kolar Fiala-Köck und ihrem Team zu der spannenden Tagung. Sie betonte die Bedeutung des Tierschutzes als globales Thema und lobte Fiala-Köck für ihre langjährige Arbeit.

Das Ziel der Fachtagung war es, Tierquälerei als gesamtgesellschaftliches Problem zu erfassen und den Wissens- und Erfahrungsaustausch über aktuelle Tierschutzfragen zu fördern. Dazu gab es Vorträge von Experten aus den Bereichen Tierschutzbildung, Gewaltprävention, Ethik und Mensch-Tier-Beziehung.

Martin Huth von der Universität Innsbruck sprach über Verletzbarkeit und ethischen Anspruch. Er argumentierte, dass eine gewaltfreie Welt als Zielvorstellung nicht immer hilfreich sein kann und ein Bewusstsein für die Unausweichlichkeit von Gewalt notwendig ist, um einen reflektierten Umgang damit zu finden und Gewalt zu minimieren.

Birgit Stetina von der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien beleuchtete die humanpsychologischen Aspekte der Mensch-Tier-Beziehung. Sie betonte, dass Gewaltprävention eine aktuelle Herausforderung der Gesellschaft ist und konkrete Pläne zur Umsetzung erfordert. Die Gestaltung der Mensch-Tier-Beziehung habe einen großen Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen und sollte daher vermehrt beachtet werden.

Thomas Mühlbacher von der Staatsanwaltschaft Leoben sprach über die Entwicklung des § 222 StGB und forderte eine differenzierte Bestimmung gegen Tierquälerei, die den unterschiedlichen Begehungsformen gerecht wird. Er zitierte Christian Broda, einen prägenden Justizminister der Republik, der betonte, dass das Strafgesetz vernünftig, menschlich und wirksam sein soll.

Kathrin Jarz vom Verein Frauenhäuser Steiermark wies auf den systemischen Ansatz der Gewaltprävention hin und betonte den Zusammenhang zwischen Tierquälerei und häuslicher Gewalt. Gewalt gegen Tiere und Gewalt gegen Menschen weisen viele Berührungspunkte auf, und zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Tierquälerei ein Indikator für Gewaltbereitschaft im familiären Bereich sein kann. Jarz forderte Gewaltpräventionsprogramme, die Risikofaktoren minimieren und Schutzfaktoren aktivieren.

Claudia Tatzl stellte die Aktivitäten des Vereins "Tierschutz macht Schule" vor, der sich für Tierschutzbildung und Gewaltprävention einsetzt. Sie betonte, dass Respekt, Toleranz und Wissen über die Bedürfnisse von Tieren notwendig sind, um eine tiergerechte Haltung zu ermöglichen. Tierschutzbildung für Kinder und Jugendliche kann dazu beitragen, Tierleid zu verhindern und eine gewaltpräventive Maßnahme sein.

In ihrer Abschlussrede bedankte sich Tierschutzombudsfrau Fiala-Köck bei allen Teilnehmern und betonte, dass Tierquälerei niemals akzeptabel ist. Die Fachtagung habe einen Beitrag zu einer tierfreundlicheren und menschengerechteren Gesellschaft geleistet.



Quelle: Land Steiermark

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