Österreich

Starker Anstieg des Antisemitismus in Österreich

Der Anstieg von linkem Antisemitismus und die Warnung von Edtstadler

Das Thema des linken Antisemitismus steht derzeit im Fokus der Debatte, insbesondere nach dem starken Anstieg antisemitischer Vorfälle weltweit seit Beginn des Gazakrieges im Nahen Osten. Ministerin Karoline Edtstadler warnt vor der Zunahme von antisemitischen Äußerungen und Handlungen, die auch in Österreich spürbar sind. Beispielsweise wurden kürzlich im Wiener Bezirk Leopoldstadt antisemitische Parolen an den Wänden von Geschäften jüdischer Eigentümer entdeckt, was die Ministerin als abscheulich bezeichnete.

Die Meldungen der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) zeigten einen deutlichen Anstieg von durchschnittlich acht Vorfällen pro Tag Ende 2023 im Vergleich zu rund zwei täglichen Vorfällen im Jahr 2022. Das Jahr 2023 verzeichnete insgesamt die höchste Anzahl gemeldeter Vorfälle (1147) seit Beginn der Zählungen 2008. Zu den Vorfällen gehörten Beschimpfungen, Bedrohungen, Schmierereien und sogar ein Brandanschlag auf den jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs.

Ministerin Edtstadler betonte die negativen Auswirkungen des linken Antisemitismus, die in Österreich zu lange unbeachtet geblieben seien. Allerdings zeigen die Meldungszahlen der IKG, dass im Jahr 2023 doppelt so viele Vorfälle einem rechten ideologischen Hintergrund zugeordnet wurden (387) im Vergleich zu linken Vorfällen (209). Der muslimische Antisemitismus lag mit 286 Meldungen zwischen den beiden Gruppen. Trotz des Anstiegs von linkem Antisemitismus im Jahr 2023 blieb der prozentuale Anteil relativ konstant im Vergleich zu 2022.

Es wurde darauf hingewiesen, dass sich auf propalästinensischen Demonstrationen linker und muslimischer Antisemitismus vermischen könnten, was zu einer starken Zunahme des muslimischen Antisemitismus führte. Ministerin Edtstadler warnte insbesondere vor antisemitischen Vorfällen an US-Universitäten und wird am Montag eine Antisemitismuskonferenz an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eröffnen. Die Konferenz wird namhafte Experten und Vertreter jüdischer Institutionen zusammenbringen, darunter die US-Historikerin Deborah Lipstadt und eine Videobotschaft des israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog wird erwartet.

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