Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher haben sich heute mit der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch zu einem zweitägigen Austausch in Zürich getroffen. Dieser sechste Trilog der drei Städte seit 2019 fokussiert sich auf moderne Stadtentwicklung und zeitgemäße Drogenpolitik. Die Treffen finden abwechselnd in Hamburg, Zürich und Wien statt und dienen der vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit, die seit dem ersten Treffen vor sieben Jahren kontinuierlich gewachsen ist, betont Ludwig.
Ein zentraler Punkt des Austauschs sind die Herausforderungen der nachhaltigen Stadtentwicklung. Über 50% der Menschheit lebt bereits in urbanen Räumen, und bis 2050 soll dieser Anteil auf 70% steigen. Themen wie Klimawandel, bezahlbarer Wohnraum und sozialer Zusammenhalt sind dabei von globaler Bedeutung. Internationale Kooperationen gewinnen an Bedeutung, um Wissen und Innovationen auszutauschen, was auch für Deutschland von hoher Relevanz ist. Laut dem BMWSB können Erfahrungen in Partizipation und Nachhaltigkeit zur positiven Gestaltung der Urbanisierung beitragen.
Schwerpunkte und Programm
Das Programm während des Austausches umfasst mehrere Besuche, die die Schwerpunkte der Städte unterstreichen: aktiver Wohnungsbau, Förderung des öffentlichen Nahverkehr und ambitionierte Klimaschutzstrategien. Unter anderem steht ein Besuch der Einhausung Schwamendingen, einem begrünten Autobahnabschnitt, auf dem Programm. Auch die Besichtigung des Kinderspitals Zürich, das 2024 eröffnet wird und als führende Forschungsklinik für Pädiatrie gilt, ist geplant. Die Teilnehmer werden zudem das Kunsthaus Zürich, das 2021 im Chipperfield-Bau eröffnet wurde, und die Kontaktstelle Kaserne für drogenabhängige Menschen besuchen.
Tschentscher hebt die Rolle des Trilog-Ereignisses als Vertrauensförderer und Impulsgeber für zukünftige Kooperationen hervor. Mauch unterstreicht die Bedeutung des regelmäßigen Austauschs vor allem in den Bereichen Wohnen, Verkehr, Klimaschutz und sozialer Zusammenhalt, die durch international geteilte Ansätze und Dialoge Patienten und innovative Lösungen finden können.
Globale Herausforderungen und Lösungen
Im Lichte der globalen Urbanisierung ist es unerlässlich, klimaresiliente Infrastrukturen und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. Laut dem BMZ sind jährlich Investitionen von 4,5 bis 5,4 Billionen US-Dollar in klimafreundliche Infrastruktur notwendig. Darüber hinaus wird auf die Notwendigkeit des klimafreundlichen Bauens hingewiesen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Förderung von naturbasierten Lösungen für die Stadtentwicklung, wie z.B. Grün- und Wasserflächen. Diese tragen dazu bei, das Stadtklima zu verbessern und die Lebensqualität in öffentlichen Räumen zu steigern. Es ist bemerkenswert, dass nur 185 der 500 bevölkerungsreichsten Städte weltweit eine Strategie zum Schutz der Natur oder biologischer Vielfalt haben. Die Notwendigkeit, verstärkt auf eine nachhaltige Gestaltung dieser Flächen zu setzen, wurde auch im Rahmen dieser Austauschprogramme hervorgehoben.
Insgesamt zeigt dieser Austausch zwischen Wien, Hamburg und Zürich, wie urbanes Leben und Stadtentwicklung durch internationale Kooperationen, innovative Ideen und einen fokussierten Dialog vorangetrieben werden können, um den sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.