In St. Pölten hat die SPÖ bei der Gemeinderatswahl Ende Jänner 2023 die absolute Mehrheit verloren, eine politische Wende, die die Landeshauptstadt nachhaltig beeinflussen könnte. Seit 1965 regierte die SPÖ unangefochten mit absoluter Mehrheit in der Stadt. Bis vor kurzem war sie in der Zweiten Republik lediglich von 1960 bis 1965 in einer Koalitionsregierung, damals mit den Freiheitlichen.

Nach den jüngsten Wahl resultierte ein drastischer Rückgang der Stimmen für die SPÖ: Mit 42,53 Prozent erzielte die Partei ein Minus von 13,49 Prozentpunkten im Vergleich zur vorherigen Wahl. Diese Wahlresultate haben für die SPÖ in St. Pölten zur Folge, dass sie künftig nur noch 19 Mandate besetzt, während es 2021 noch 25 Mandate waren. Die Grünen konnten hingegen ihren Anteil von drei auf vier Sitze erhöhen, während die ÖVP mit neun Sitzen und die FPÖ mit acht Sitzen ebenfalls Veränderungen in der Mandatsverteilung erlebten. Frühere Wahlergebnisse und Mandatsverteilungen sind in der Wahldatenbank Österreich detailliert erfasst.

Politische Neuausrichtung durch Koalitionsverhandlungen

Die Wahl hat dazu geführt, dass der politische Raum in St. Pölten neue Koalitionsmöglichkeiten eröffnet. Nach der Wahl standen der SPÖ drei Optionen für Partnerschaften offen: eine Zusammenarbeit mit den Grünen, der ÖVP und der FPÖ. Sondierungsgespräche wurden zunächst mit der ÖVP und der FPÖ geführt. Vor einer Woche begannen jedoch die Verhandlungen mit den Grünen, die laut Bürgermeister Matthias Stadler die „größte Übereinstimmung“ mit seiner Partei fanden.

Die Auswirkungen dieser politischen Neugestaltung auf die zukünftige politische Landschaft von St. Pölten bleiben derzeit jedoch unklar. Die SPÖ sieht sich, wie die Berichterstattung von ORF NÖ zeigt, mit dem signifikanten Rückgang der Stimmen zweifellos einer Herausforderung gegenüber. Rückblickend auf die vergangenen Wahlen ist es wichtig zu erwähnen, dass die Jahreszahlen und Mandatsverteilungen der vergangenen Wahlen mit den entsprechenden Reaktionen von Parteien auf der Webseite der Wahldatenbank verfügbar sind. Diese Daten helfen, die Veränderungen im Wählerverhalten und die Verschiebungen innerhalb der politischen Strukturen besser zu verstehen.

Die kommende Zeit wird zeigen, wie sich die Koalitionen entwickeln und welche politischen Strategien die Parteien einschlagen werden, um auf den Verlust von Wählerstimmen und die neuen Gegebenheiten zu reagieren. Die Herausforderungen wachsen, während die Parteien sich in St. Pölten auf eine Neugestaltung der politischen Landschaft einstellen müssen.