Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat am 9. März 2026 mögliche Maßnahmen zur Entlastung der Bürger angesichts der steigenden Spritpreise angekündigt. Diese Preissteigerungen stehen in einem direkten Zusammenhang mit dem aktuellen Nahost-Konflikt, der auch die Energiepreise auf dem globalen Markt beeinflusst. Laut vienna.at werden in der Bundesregierung Modelle zur temporären Steuersenkung für Treibstoffe „intensiv geprüft“. Der Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) hat in diesem Kontext einen Spritpreisdeckel gefordert, um sicherzustellen, dass der Staat nicht von den hohen Preisen profitiert.
Während Stocker darauf hinweist, dass steuerliche Mehreinnahmen in Form von gezielten Entlastungen zurückgegeben werden sollen, hat Babler ein Modell vorgeschlagen, das an kroatische Vorbilder angelehnt ist. Dieses sieht vor, die Gewinnmargen von Raffinerien und Tankstellen zu begrenzen. Wifo-Chef Gabriel Felbermayr äußerte jedoch Skepsis gegenüber einem solchen Eingriff und betonte, dass die Preise deutlich höher steigen müssten, um eine Intervention zu rechtfertigen. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) warnte zudem vor zu schnellen Eingriffen, da dies zu einer Angebotsverknappung führen könnte.
Steuerliche Rahmenbedingungen und Preisgestaltung
Die Benzin- und Dieselpreise unterliegen starken Schwankungen, die nicht nur regional, sondern auch zeitlich variieren können. Laut dem ADAC können die Preise im Tagesverlauf um mehr als 13 Cent pro Liter abweichen. Ein bedeutender Anteil der Spritpreise entfällt auf Steuern und Abgaben. Aktuelle Daten zeigen, dass im Jahr 2025 durchschnittlich 64% des Benzinpreises und 56% des Dieselpreises auf diese Posten entfielen, während es am 4. März 2026 bereits 58% für Benzin und 48% für Diesel waren.
Für Benzin liegt die Energiesteuer bei 65,4 Cent pro Liter, während Diesel mit 47,0 Cent pro Liter besteuert wird. Die Mehrwertsteuer von 19% wird auf den Gesamtpreis einschließlich aller Steuern erhoben. Diese steuerlichen Belastungen führen dazu, dass sich die Rohölpreise, die durch Markt Kräfte, die politische Lage und den Kurs des US-Dollars beeinflusst werden, erheblich auf die Endpreise an der Tankstelle auswirken.
Markttransparenz und Sparpotenziale
Die Preisbildung an den Tankstellen wird durch den Wettbewerb zwischen Anbietern wie Aral, Shell und Total beeinflusst. Autofahrer können durch strategisches Tanken sparen: Studien zeigen, dass die günstigsten Preise in der Regel abends zwischen 19-20 Uhr und 21-22 Uhr zu finden sind. Der ADAC empfiehlt, auf solche Zeiten zu achten, da Autofahrer so bis zu 13,3 Cent je Liter sparen können. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung kann dies einen Unterschied von über 6 Euro ausmachen.
In Europa variieren die Benzinpreise erheblich. Laut Informationen auf steuertalk.de gehören zu den höchsten Preisen die Niederlande mit 2,00 € pro Liter, gefolgt von Italien (1,90 €) und Frankreich (1,75 €). Diese Preisunterschiede werden ebenfalls durch unterschiedliche Steuern und Abgaben beeinflusst, die in den jeweiligen Ländern unterschiedlich hoch sind.