Hohe Treibstoffpreise sorgen in Kärnten für zunehmenden Unmut unter Unternehmen und der Bevölkerung. Die Wirtschaftskammer Kärnten hat Alarm geschlagen und fordert dringend Maßnahmen zur Senkung der Steuern auf Sprit. Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer, warnt vor den massiven Folgen für Betriebe und Pendler, da mehr als 50% des Preises an der Zapfsäule aus Steuern und Abgaben bestehen. Über 50 Cent pro Liter gehen an den Staat, und die steigenden Preise führen zu höheren Staatseinnahmen, während viele Unternehmen die Belastungen kaum noch verkraften können.
Insbesondere Branchen wie Transport, Handwerk und Tourismus sind auf leistbare Mobilität angewiesen und sehen ihre Existenz bedroht. Mandl lehnt staatliche Preisregulierungen, auch bekannt als Preisdeckel, ab, da diese den Markt verzerren und die Versorgungssicherheit gefährden könnten. Stattdessen fordert er, dass der Staat eigene Abgaben überdenkt und insbesondere die Mineralölsteuer, die in Österreich über dem EU-Mindestniveau liegt, senkt.
Forderungen der Wirtschaftskammer
Die Wirtschaftskammer Kärnten verlangt eine spürbare Entlastung bei der steuerlichen Belastung auf Treibstoffe. Eine Absenkung der Mineralölsteuer auf das europäische Minimum könnte umgehend zu niedrigeren Preisen an der Zapfsäule führen und wäre ein wichtiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit von Kärntens exportorientierter Wirtschaft zu sichern. Mandl hebt hervor, dass hohe Treibstoffpreise nicht nur die Unternehmen belasten, sondern auch die Inflation anheizen könnten.
Ein weiterer Aspekt, den die Wirtschaftskammer thematisiert, ist die CO₂-Bepreisung, die seit Oktober 2022 in Österreich gilt. Sie fordert eine temporäre Reduktion der damit verbundenen Abgaben. Bis 2025 werden die CO₂-Preise weiterhin erhöht, was die Gesamtbelastung für Konsumenten und Unternehmen zusätzlich steigen lässt. Der Klimabonus, der 2022 eingeführt wurde, um die CO₂-Bepreisung abzufedern, wird 2025 abgeschafft, was die Lage weiter verschärfen könnte.
Zusammensetzung der Treibstoffpreise
Eine Analyse der OEAMTC zeigt die komplexe Zusammensetzung der Spritpreise. Diese setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen: dem Nettopreis für Rohöl, der Produktion, dem Vertrieb und dem Gewinn sowie den Steuern wie der Mineralölsteuer (MöSt) und der CO₂-Bepreisung. Aktuell beträgt die Mineralölsteuer für Diesel 39,7 Cent pro Liter und für Benzin 48,2 Cent pro Liter.
Zusammengenommen erreichen die steuerlichen Anteile im Januar 2026 erhebliche Werte: Bei Benzin liegt der Steuersatz bei etwa 58% und bei Diesel bei etwa 53%. Dies verdeutlicht die Belastung, die sowohl Verbrauchern als auch Unternehmen durch die hohen Treibstoffpreise entsteht, und unterstreicht die Dringlichkeit einer politischen Reaktion.
Abschließend richtet Mandl einen Appell an die Politik: Die höheren Staatseinnahmen, die infolge der gestiegenen Treibstoffpreise entstehen, sollten an die Wirtschaft und Bevölkerung zurückgegeben werden, um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern und die Mobilitätskosten zu senken.