Am 4. Dezember 2025 äußerten sich die FPÖ-Energiesprecher Axel Kassegger und Paul Hammerl kritisch zu den Plänen des Verbund-Konzerns hinsichtlich der angekündigten Sonderdividende von 400 Millionen Euro. Laut den ÖVP-Politikern fließt davon lediglich die Hälfte, also 200 Millionen Euro, ins Bundesbudget. Die kritisierten Maßnahmen seien ein „teurer Taschenspielertrick“ zulasten der Energiekunden, so Kassegger und Hammerl. Ein weiteres Problem ist, dass 100 Millionen Euro an große Energieversorger, darunter EVN und Wien Energie, und die restlichen 100 Millionen Euro an private Anleger gehen. Damit wird aus ihrer Sicht deutlich, dass der Steuerzahler fremde Gewinne finanziere, während die Entlastung der Bevölkerung ausbleibe.

Die Bundesregierung steht vermehrt in der Kritik, da auch für die angekündigten Entlastungen Unklarheit herrscht. Weder die ÖVP, die SPÖ noch die NEOS haben dazu klare Antworten gegeben. Kassegger betont, dass Investitionen in den Netzausbau von allen Stromkunden über die Netzrechnung finanziert werden müssen. Österreich hat im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine hohe Steuerlast im Energiebereich, was die Belastung für die Verbraucher zusätzlich verstärkt.

Geplante Entlastungen der Bundesregierung

Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung das Ziel formuliert, die Energiepreise mit spezifischen Maßnahmen zu senken, um sowohl private Haushalte als auch die Wirtschaft zu entlasten. Ab Januar 2026 sollen drei konkrete Maßnahmen in Kraft treten, die darauf abzielen, die Energiekosten für alle signifikant zu verringern. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil verknüpft damit nicht nur eine Entlastung für die Bürger, sondern auch das Ziel, Arbeitsplätze zu sichern und die Wirtschaft zu stärken.

Insgesamt sollen Bürger und Unternehmen etwa 10 Milliarden Euro jährlich bei den Energiekosten entlastet werden. Diese Entlastung erfolgt zusätzlich zu 17 Milliarden Euro durch die Übernahme der EEG-Umlage für erneuerbare Energien. Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh können im Jahr 2026 durchschnittlich etwa 160 Euro sparen. Die Abschaffung der Gasspeicherumlage, die ab dem 1. Januar 2026 wirksam wird, soll ebenfalls zu niedrigeren Gaspreisen führen und damit auch die Strompreise am Markt senken.

Details zu den Maßnahmen

Die Bundesregierung hat zudem Änderungen im Stromsteuergesetz und im Energiewirtschaftsrecht beschlossen. Diese Entlastungsmaßnahmen umfassen eine stromintensive Industriebereiche wie die Chemie- und Metallindustrie sowie die Automobilwirtschaft und den Maschinenbau. Die geplanten Zuschüsse zu den Übertragungsnetzen sollen auch den Verbrauchern und den mittelständischen Unternehmen zugutekommen, während Haushalte, die stark von den Kosten des Übertragungsnetzausbaus betroffen sind, besonders entlastet werden.

Insgesamt sind für die nächsten vier Jahre 26 Milliarden Euro im Klima- und Transformationsfonds verankert. Diese Investitionen sind Teil einer umfassenderen Strategie, die darauf abzielt, die steuerlichen Belastungen im Energiebereich signifikant zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern. Die Maßnahmen sollten langfristig auch die direkte Entlastung der Energiekunden fördern, wie von Hammerl gefordert, indem Steuern und Abgaben auf Energie gesenkt werden.