Am 24. Februar 2026 fanden zahlreiche Veranstaltungen zum Gedenken an den vierten Jahrestag des Kriegs in der Ukraine statt. In Wien versammelten sich Menschen vor dem Parlament, um ihre Solidarität mit der Ukraine auszudrücken und den mutigen Abwehrkampf der ukrainischen Soldaten zu würdigen. Teilnehmer hielten nicht nur ukrainische Flaggen, sondern auch Fahnen anderer europäischer Staaten hoch. Sie leuchteten mit Handylampen und trugen Transparente mit Botschaften wie „Ukrainische Soldaten verteidigen deine Ruhe“ und „Arm Ukraine and sleep well“.

Ex-Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) nutzte die Gelegenheit, um auf das immense Leid in der Ukraine hinzuweisen und den Mut der Bevölkerung zu betonen. Kogler erklärte, dass die Ukraine das Recht auf Verteidigung habe und dass es die Pflicht Europas, auch Österreichs, sei, das Land zu unterstützen. Er stellte klar, dass militärische Neutralität nicht bedeute, die Augen vor Aggression zu verschließen. Die SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr erinnerte in ihrer Rede an die Tausenden von Toten und wurde deutlich kritisch gegen den Kreml als Auslöser weiterer Aggressionen, während ihr Parteikollege, der ÖVP-Abgeordnete Andreas Minnich, von Terror, Folter und Mord im Verlauf des Krieges sprach.

Solidaritätskundgebungen in Bayern

In Deutschland, insbesondere in Bayern, fanden ebenfalls Solidaritätskundgebungen statt. In München versammelten sich laut Polizeiangaben etwa 800 Menschen am Marienplatz, um an die Opfer des Krieges zu erinnern und zusätzliche Unterstützung für die Ukraine zu fordern. Die Veranstaltung begann mit einem ökumenischen Gebet und umfasste Redebeiträge von Kommunalpolitikern sowie Live-Musik aus der Ukraine. In Nürnberg gedachten rund 500 Menschen der Opfer mit einer Schweigeminute und einem beeindruckenden Umzug, bei dem eine 100 Meter lange ukrainische Fahne getragen wurde. Auf Transparenten waren Botschaften wie „Der einzige Deal, der funktioniert, ist Putins Niederlage“ zu lesen.

Die Organisatoren der Veranstaltungen in Bayern, darunter auch Valentyna de Maar, drückten Bedenken über die bisherige Unterstützung der Ukraine und die damit verbundene Sicherheit Europas aus. Auch hier wurde lautstark zusätzliche humanitäre und militärische Hilfe gefordert.

Blick auf die aktuelle Situation in der Ukraine

Trotz der Gedenkveranstaltungen bleibt die Lage in der Ukraine angespannt. Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte in einer Fernsehansprache die Widerstandsfähigkeit des ukrainischen Volkes und erklärte, dass die Ukraine ihre Unabhängigkeit verteidigt und die maximalen Ziele Russlands bislang nicht erreicht wurden. In Kyjiw fand zeitgleich eine zentrale Gedenkzeremonie zum Jahrestag des Kriegsbeginns statt, zu der hochrangige Vertreter der Europäischen Union und nordeuropäischer Staaten eingeladen waren. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versicherte der Ukraine unerschütterliche Unterstützung, während der portugiesische Ministerpräsident António Costa den Mut des ukrainischen Volkes würdigte.

In den letzten Tagen gab es zudem Berichte über russische Angriffe, darunter einen Drohnenangriff in Saporischschja, bei dem mehrere Menschen, darunter ein Kind, verletzt wurden. Nach vier Jahren Krieg hält Russland weiterhin rund 20 Prozent des ukrainischen Territoriums besetzt. Vertreter wie Patrick Lobis von der EU-Kommission und der ukrainische Botschafter Wassyl Chymynez sprachen Dank und Anerkennung für die Solidarität mit der Ukraine aus und forderten auf beiden Seiten weiterhin Unterstützung.

Die Geschehnisse dokumentieren nicht nur den anhaltenden Konflikt, sondern auch den ungebrochenen Willen vieler, für Frieden und Unabhängigkeit in der Ukraine einzutreten. Wie die Veranstaltungen in Österreich und Deutschland zeigen, bleibt die Solidarität mit der Ukraine ein zentrales Thema in Europa.