Der Tod von 72 Tigern im Thailand Tiger Kingdom hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Tierrechtsorganisation Peta berichtet, dass die Behörden in Chiang Mai ein besorgniserregendes Bild zeichnen. Seit Anfang Februar zeigte sich eine Krankheitsausweitung in den Gehegen, die Verdachtsmomente auf kontaminiertes Futter aufwarfen, insbesondere rohes Hühnerfleisch. Jason Baker, Präsident von Peta Asien, fordert die Schließung der Einrichtung und kritisiert die gewinnorientierte Natur des Tiger Kingdom, das Tiger ausbeutet und sie gezwungen, für Fotos zu posieren.

Insgesamt wurden im Tiger Kingdom 246 Tiger gehalten. Mit den 72 Verstorbenen stellt die Situation ein ernsthaftes Problem dar. Die Behauptungen, dass sich die Krankheit in einer hohen Tierdichte schnell ausbreiten kann, sind nicht unbegründet. Erste Untersuchungen deuten auf das Felinen Parvovirus (FPV) hin, während in einigen Berichten auch das Canine Staupevirus (CDV) erwähnt wird. Eine endgültige virologische Analyse steht noch aus.

Quarantäne und Überwachung

Die betroffenen Anlagen wurden für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Die zuständigen Gesundheitsbehörden haben über 100 Personen überwacht, die vom 8. bis 19. Februar engen Kontakt mit den Tigern hatten. Glücklicherweise wurden bisher keine Symptome bei diesen Personen festgestellt. Laut den offiziellen Angaben sind die nachgewiesenen Infektionen nicht auf Menschen übertragbar.

Die Schlagzeilen über die Tiger in Thailand kommen inmitten eines größeren Problems in der Region. In Vietnam sind in Zoos bei Ho-Chi-Minh-Stadt in den letzten Monaten mindestens 47 Tiger und drei Löwen an der Vogelgrippe gestorben. Diese Fälle verdeutlichen das Risiko, das von Gehegen mit hoher Tierdichte ausgeht. Mehr als 30 Zoo-Mitarbeiter hatten direkten Kontakt zu den Tieren, zeigen jedoch bislang keine Atemwegssymptome.

Alarmierende Vogelgrippe-Situation

Die Vogelgrippe, verursacht durch das Influenza-A-Virus H5N1, ist auf dem Vormarsch und wird als die größte jemals dokumentierte Welle beschrieben. Globale Gesundheitsexperten warnen, dass diese Viren sich an Säugetiere anpassen könnten, was potenziell die Übertragbarkeit auf Menschen zur Folge haben könnte. Seit 2003 wurden weltweit 973 Fälle des H5N1-Subtyps gemeldet, von denen 470 tödlich endeten.

Die WHO und andere internationale Organisationen bewerten das derzeitige Risiko für den Menschen als gering, doch die Sorge um mögliche Veränderungen und Anpassungen der Viren bleibt bestehen. Politische Maßnahmen wie Biosicherheitsmaßnahmen, Keulungen und Injektionen sind als Reaktion auf die Gefahren der Vogelgrippe notwendig, um eine breitere Ausbreitung zu verhindern.

In Anbetracht dieser erschreckenden Entwicklungen bleibt der Tierschutz eine kritische Herausforderung. Die Übertragung von Virusinfektionen, ob von Tieren auf Menschen oder umgekehrt, erfordert dringende Aufmerksamkeit und Lösungen, die über den momentanen Umgang mit Wildtieren hinausgehen.

Die Diskussion über die Gefangenschaft von Wildtieren und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit wird weitergehen, während Organisationen wie Peta und andere über die Risiken aufklären und für bessere Haltungsbedingungen werben.