In Rom ist ein erhebliches Polizeiskandal aufgedeckt worden, der das Vertrauen in die Sicherheitskräfte in der italienischen Hauptstadt erschüttert. Am Hauptbahnhof Termini sind über 20 Carabinieri und Polizisten in ein organisiertes Diebstahlsystem verwickelt, wie die Krone berichtet. Insgesamt sind 44 Personen, darunter 21 Angehörige der Polizei und Carabinieri, an den Ermittlungen beteiligt. Diese Beschuldigten stehen im Verdacht, Waren im Wert von etwa 184.000 Euro über einen Zeitraum von vier Monaten gestohlen zu haben.
Die Ermittlungen, die von Staatsanwalt Stefano Oplioio und seinem stellvertretenden Kollegen Giovani Conzo geleitet werden, wurden durch einen massiven Fehlbetrag bei einer Inventur im Februar 2024 ausgelöst. Im Vergleich zum Vorjahr fehlten Waren, was 10,8 Prozent des Umsatzes ausmachte; der übliche Schwund liegt dagegen bei nur zwei bis drei Prozent. Diese stark überdurchschnittlichen Verluste werfen Fragen zu den internen Kontrollen auf und haben das Misstrauen innerhalb der Belegschaft verstärkt.
Mechanismus des Diebstahls
Ein wesentlicher Teil des Diebstahlschemas wurde durch eine Kassiererin des betroffenen Geschäfts ermöglicht. Diese agierte als „Maulwurf“, wählte gezielt Waren aus, verbarg sie in einem Schrank und entfernte Diebstahlsicherungen sowie Etiketten. Die Beamten erhielten die Ware direkt von ihr, sobald sie im Laden erschienen. Videoaufnahmen zeigen, wie die Kassierin den Polizeibeamten die Waren übergab. Zu den entwendeten Produkten gehören Kleidung, Taschen, Schuhe, Kosmetik und Parfüm.
Die systematische Vorgehensweise der Beschuldigten zeigt, dass sie vor allem kleinere, unauffällige Güter stahlen, die sich im Laufe der Zeit zu einer enormen Schadenssumme summierten. Der Staatsanwalt hat nun wegen schweren Diebstahls Ermittlungen aufgenommen, und es sind bereits mindestens 90 Einzelfälle belegt worden. Unter den Beschuldigten befindet sich auch ein leitender Beamter der Bahnpolizei, was die Angelegenheit noch bedeutsamer macht.
Längerfristige Perspektive
Der Vorfall in Rom reiht sich ein in eine besorgniserregende Entwicklung im Bereich der organisierten Kriminalität in Europa. Laut eines Berichts von Europol hat sich die organisierte Kriminalität zunehmend auf digitale Kanäle verlagert, wie die SWP feststellt. Diese Veränderungen haben auch Auswirkungen auf die Polizeibehörden, da die Diversifizierung von kriminellen Aktivitäten zunehmend einen internationalen Kontext annimmt.
Insbesondere autoritär regierte Staaten nutzen organisierte Kriminalität als geopolitisches Werkzeug, was die Notwendigkeit einer verbesserten internationalen Zusammenarbeit zur Bekämpfung solcher Gewaltakte unterstreicht. Diese Ereignisse werfen dringend die Frage auf, wie ernst es den europäischen Institutionen mit der Bekämpfung der organisierten Kriminalität ist und welche Reformen notwendig sind, um die Sicherheitsmaßnahmen in den betroffenen Ländern zu modernisieren.