In den letzten Tagen steht der ORF erneut im Rampenlicht, vor allem aufgrund der Ereignisse rund um den Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer und den ehemaligen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann. Letzterer trat am 8. März 2026 mit sofortiger Wirkung von seiner Position zurück, nachdem Vorwürfe gegen ihn laut wurden, die er jedoch bestreitet. Diese Vorwürfe und der Rücktritt haben nicht nur die internen Strukturen des ORF betroffen, sondern auch das Vertrauen in die Organisation erschüttert, was von verschiedenen politischen Parteien erläutert wird. ORF-Stiftungsratssitzungen werden in den nächsten Tagen stattfinden, um die Situation zu klären und den nächsten Schritt einzuleiten.

Der Rücktritt von Weißmann ist nicht die einzige brisante Angelegenheit, die mit dem ORF verbunden ist. Ein anderer ehemaliger ORF-Manager, der mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert ist, bleibt im Stiftungsrat. Dies wirft Fragen zur Transparenz und Accountability innerhalb der Institution auf. Der Stiftungsrat sowie der Rechnungshof haben bereits damit begonnen, alle Personalangelegenheiten, Verträge und Zahlungen zu überprüfen, da hier erhebliche Geldbeträge im Spiel sind, die auch Steuergeld betreffen

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Untersuchung und rechtliche Folgen

Die Situation eskalierte, nachdem eine Mitarbeiterin des ORF Vorwürfe gegen ihren Vorgesetzten erhob. Diese führte zu einem arbeitsrechtlichen Verfahren, und die betroffene Mitarbeiterin wurde letztendlich versetzt, bevor sie kündigte. Kritiker werfen dem ORF vor, dass der damalige ORF-Manager durch die Kündigung geschützt wurde. In einem außergerichtlichen Vergleich im Herbst 2025 wurde der Mitarbeiterin eine Summe von rund 200.000 Euro gezahlt, was zusätzliche Fragen zur Integrität des ORF aufwirft. Es ist zu erwarten, dass die Whistleblower-Stelle des ORF weitere Meldungen gegen Weißmann und möglicherweise auch gegen andere Personen erhält.

Heinz Lederer, der Stiftungsratsvorsitzende, und Gregor Schütze, sein Stellvertreter, betonten die Notwendigkeit einer raschen und transparenten Klärung der Anschuldigungen. Der Schutz der betroffenen Person habe oberste Priorität, und es sei die Verantwortung des Stiftungsrats, die Vorwürfe aufzuklären. Der ORF werde weiterhin von Thurnher interimistisch geführt, bis ein neuer Generaldirektor gewählt werde, was laut Zeitplan im Januar 2027 geschehen soll.

Politische Reaktionen

Die politischen Reaktionen auf die Entwicklungen sind vielfältig. Die SPÖ lobt den Rücktritt von Weißmann als notwendigen Schritt zur Wiederherstellung des Vertrauens in den ORF und fordert Transparenz bei der Nachbesetzung. Währenddessen fordert die ÖVP volle Aufklärung und kritisiert die aktuellen Strukturen innerhalb des ORF. Medienminister Andreas Babler von der SPÖ unterstützt den Rücktritt und setzt sich für eine weibliche Nachfolge im Generaldirektorbüro ein.

Die FPÖ äußert ebenfalls Bedenken und kritisiert die strukturellen Probleme im ORF, während NEOS anmerkt, dass die Beurteilung der Vorwürfe Sache der verantwortlichen Institutionen sei. Grünen-Mediensprecherin Sigrid Maurer begrüßt den Rücktritt als wichtigen Schritt zum Schutz des ORF.

Stiftungsratsmitglieder

Das Vertrauen in den Stiftungsrat steht auf dem Prüfstand, und in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen ist eine umfassende Überprüfung der Mitglieder und ihrer Verantwortlichkeiten erforderlich. Zu den Mitgliedern des ORF-Stiftungsrats gehören unter anderem:

  • DI Dr. Hildegard AICHBERGER, MBA (Bundesregierung über Vorschlag DIE GRÜNEN)
  • Univ.-Prof. Dr. Ewald ASCHAUER (Bundesregierung über Vorschlag der ÖVP)
  • Dr. Markus BOESCH (Bundesregierung über Vorschlag der NEOS)
  • Ing. Michael CESAR (Zentralbetriebsrat)
  • Heinz LEDERER (Bundesregierung über Vorschlag der SPÖ)
  • MMag. Dr. Petra STOLBA (Publikumsrat)
  • Univ.-Prof. Dr. Christoph URTZ, LL.M., LL.M. (Bundesregierung über Vorschlag der FPÖ)

Die Entwicklungen rund um den ORF erfordern eine lückenlose Aufklärung und eine Neubewertung des internen Managements, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Die kommenden Wochen werden entscheidend für die Zukunft des ORF sein und darüber hinaus einen Einfluss auf die aktuelle Medienlandschaft in Österreich haben.