Aktuelle Berichte zeigen, dass die Sicherheitslücke im AKW Gösgen, die seit 1979 besteht, dringend behoben werden muss. Aktivist:innen von Greenpeace verdeutlichen die Gefahren und haben den Kühlturm des Atomkraftwerks mit Projektionen genutzt, um auf die möglichen Risiken der Atomkraft aufmerksam zu machen. Diese Schwachstelle könnte im Worst-Case-Szenario die Kühlung unterbrechen und eine Kernschmelze auslösen. Trotz der fast einjährigen Betriebsunterbrechung des AKW gab es in der Schweiz keine Stromknappheit; der Ausbau der Solarenergie hat diesen Ausfall erfolgreich kompensiert, wie oekonews.at berichtet.
Die Eigentümer des AKW Gösgen, unter ihnen Axpo und Alpiq, stehen vor finanziellen Herausforderungen, da der Produktionsausfall schätzungsweise eine halbe Milliarde Franken gekostet hat. Während Energieminister Albert Rösti den Bau neuer Atomkraftwerke plant – was im Widerspruch zu dem Volksentscheid von 2017 steht – gibt es Vorwürfe, dass Lobbyisten versuchen, die politische Rückkehr zur Atomkraft voranzutreiben. Zudem wird befürchtet, dass Subventionen für erneuerbare Energien in die Atomkraft umgeleitet werden könnten.
Kritik an der Atomkraft
Die Diskussion um die Atomkraft wird weiter befeuert durch die Eigenschaften und die Risiken dieser Technologie. Laut greenpeace.de wird Atomkraft häufig als CO2-neutral oder nachhaltig angesehen, jedoch ist der gesamte Produktionsprozess umweltschädlich. Emissionen entstehen nicht nur beim Betrieb, sondern bereits während des Neubaus, beim Uranabbau und beim Umgang mit Atommüll. Auch der Transport und die Endlagerung führen zu erheblichen ökologischen Schäden.
Ein zentrales Problem ist die Langzeitlagerung des Atommülls; dieser muss bis zu einer Million Jahre sicher gelagert werden, was kommende Generationen vor enorme Herausforderungen stellt. Die hohen Baukosten und die langen Bauzeiten von durchschnittlich sechs bis acht Jahren machen Atomkraft zudem zu einer teuren Stromerzeugungsoption, während erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie kostengünstiger und schneller umsetzbar sind.
Globale Trends zur Energiewende
Das Interesse an Atomenergie nimmt weltweit ab, da viele Länder auf erneuerbare Energien setzen. In Deutschland beispielsweise wurde der Atomausstieg 2011 beschlossen, und die letzte Abschaltung fand am 15. April 2023 statt. Durch den Umstieg auf erneuerbare Energien konnte der Verlust der Atomkraft problemlos kompensiert werden, und über 59 Prozent der Stromerzeugung stammen mittlerweile aus nachhaltigen Quellen, wie bpb.de feststellt.
Die Atomkraft wird als nicht entscheidend für die Bewältigung der Klimakrise angesehen. Stattdessen ist eine konsequente Energiewende, die auf erneuerbaren Energien basiert, notwendig. Die Herausforderungen der Atomenergie, einschließlich Sicherheitsrisiken und hohe Kosten, unterstreichen die Dringlichkeit der Umstellung auf eine nachhaltige Energiezukunft.