Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj hat aktuelle Entwicklungen in den Verhandlungen zur Waffenruhe im Ukraine-Krieg skizziert. In einem kürzlichen Bericht erklärte Selenskyj, dass sowohl die USA als auch Russland die Ukraine dazu drängen, die gesamte Donbass-Region aufzugeben. „Wenn Ihr wollt, dass der Krieg morgen endet, dann geht aus dem Donbass raus“, zitiert Selenskyj die Forderungen, die im Rahmen der von den USA vermittelten Gespräche gestellt werden. Territorialfragen bleiben dabei ein zentraler Streitpunkt.
Der Präsident unterstrich, dass die Ukraine den Frontverlauf einfrieren möchte. Während russische Truppen mittlerweile nahezu die gesamte Region Luhansk kontrollieren, halten ukrainische Streitkräfte etwa ein Fünftel der Region Donezk. Selenskyj spricht sich zudem für die Stationierung europäischer Truppen an der Frontlinie aus, um eine Waffenruhe abzusichern. Unterstützung kommt unter anderem von Frankreich und Großbritannien, die eine internationale Truppe zur Stabilisierung der Situation ins Gespräch bringen. Allerdings wurde vereinbart, dass diese Truppen „weit von der Kontaktlinie entfernt“ eingesetzt werden.
Humanitäre Krise in der Ukraine
Während die politischen Verhandlungen weiterhin schwierig sind, verschärft sich die humanitäre Lage in der Ukraine dramatisch. Laut Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) benötigen derzeit fast 13 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe, da die zerstörte Energieinfrastruktur in vielen Haushalten Temperaturen zwischen nur fünf und sieben Grad ermöglicht. Christof Johnen, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit des DRK, bezeichnete die aktuelle Situation als die „schlimmste“ seit Beginn des Konflikts vor fast vier Jahren.
Das DRK arbeitet eng mit dem Ukrainischen Roten Kreuz (URK) zusammen, um die notwendige Unterstützung zu leisten. Diese Kooperation ermöglicht es, bedarfsgerechte Hilfe im Gesundheits- und Sozialwesen zu organisieren. Aktuell sind 20 DRK-Mitarbeiter vor Ort aktiv, vor allem in Kiew, Odessa und Saporischschja. Die Hilfsangebote des DRK umfassen unter anderem mobile Gesundheitsstationen, psychologische Unterstützung und Dienstleistungen für vulnerable Gruppen.
Winterhilfe und langfristige Unterstützung
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Winterhilfe, da viele Menschen ohne Strom und Heizung leben müssen, besonders bei extremen Temperaturen. Das DRK setzt auf verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten, darunter Unterkünfte, Bargeldhilfen und Gemeinschaftszentren für soziale Dienste. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise 175.000 Hausbesuche durchgeführt, um die Grundversorgung sicherzustellen.
Lisa Taschner, Delegierte des DRK, hebt die beeindruckende Arbeit der ukrainischen Kollegen hervor, die trotz schwieriger Umstände unermüdlich im Einsatz sind. In der Bevölkerung spiegeln sich Zermürbung sowie ein starker Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung wider. Das DRK bittet um Spenden, um die humanitäre Hilfe ausweiten zu können und weiterhin bedarfsgerechte Hilfe zu leisten.
Während die politische Lage volatil bleibt, ist die humanitäre Krise in der Ukraine drängender denn je. Die Herausforderungen wachsen, und die Unterstützung von internationalen Organisationen wird weiterhin benötigt, um die betroffenen Menschen zu erreichen.
Für weitere Informationen über die laufenden Hilfsmaßnahmen und Möglichkeiten zur Unterstützung besuchen Sie bitte die Seiten des DRK sowie anderer Organisationen, die sich für die humanitäre Hilfe engagieren: Kleine Zeitung, Tagesspiegel, DRK.