Unfälle, die durch Sekundenschlaf verursacht werden, stellen eine ernste Gefahr im Straßenverkehr dar. Ein tragischer Vorfall auf der Pyhrnautobahn (A9) im Juli 2022 verdeutlicht diese Problematik eindrücklich. Ein 55-jähriger Lkw-Fahrer aus Bosnien wird beschuldigt, aufgrund von Sekundenschlaf die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren zu haben. Zu den Bedingungen, die zu diesem Unfall führten, zählen starker Regen, Blitz und Donner sowie absolute Dunkelheit um 4 Uhr früh. Nach dem Plabutschtunnel kam der Lkw von der Fahrbahn ab und schleuderte gegen die Mittelleitwand, wodurch Betonelemente auf die Gegenfahrbahn verschoben wurden. Dies löste weitere Unfälle aus, an denen ein 58-jähriger Fahrer aus der Steiermark und eine 55-jährige Pflegerin aus Slowenien beteiligt waren.
Wie die Krone berichtet, überschlug sich der Lkw und verursachte so dramatische Kollisionen. Der 58-jährige Autolenker prallte gegen die Betonteile und wurde auf den Verzögerungsstreifen geschleudert, wo ein 43-jähriger Ersthelfer stand. Tragischerweise erlitt dieser bei dem Vorfall tödliche Verletzungen. Der 70-Jährige, der bei einem anderen Unfall auf der A9 beteiligt war, machte ähnliche Erfahrungen, als er am 21. Dezember 2025 auf das Heck eines vorausfahrenden Fahrzeugs auffuhr. Beide Fahrer verließen die Autobahn und informierten die Polizei. Der Unfall wurde ausgelöst durch Sekundenschlaf des 70-Jährigen, wobei der Sachschaden auf circa 4000 Euro geschätzt wird. Der leicht verletzte 45-Jährige kam glimpflich davon, während der 70-Jährige ebenfalls die Umstände seines Sekundenschlafs erklärte.
Hintergründe zur Gefährlichkeit von Müdigkeit
Der ADAC warnt eindringlich vor den Gefahren, die übermüdete Fahrer im Straßenverkehr darstellen. Laut einer Erhebung gab es im Jahr 2023 in Deutschland 1902 Verkehrsunfälle, die durch Übermüdung verursacht wurden, was zu 3010 Verletzten führte, darunter 42 tödliche Opfer. Diese Statistiken verdeutlichen die Notwendigkeit, Müdigkeit beim Autofahren ernst zu nehmen. Müde Fahrer können in einen Sekundenschlaf fallen, ohne es zu merken. Warnzeichen sind häufiges Gähnen, Konzentrationsschwierigkeiten und starker Liddruck. Besonders gefährlich sind ungewollte Geschwindigkeitsänderungen und Erinnerungslücken, die letztlich zu schweren Unfällen führen können.
Um solchen Vorfällen vorzubeugen, empfiehlt der ADAC, regelmäßig Pausen einzulegen und auf die eigene Müdigkeit zu achten. Unbehandelte Schlafstörungen können die Fahreignung erheblich beeinträchtigen. Zudem wurden seit 2022 in der EU Müdigkeitswarnsysteme für Neuwagen zur Pflicht gemacht. Systemhilfen wie Notbrems- und Spurhalteassistenten sowie Rüttelstreifen an Autobahnen tragen dazu bei, die Sicherheit zu erhöhen und Fahrer zu warnen, wenn sie abgelenkt oder müde sind. Damit wird vor allem den oft unerkannte Gefahren des Sekundenschlafs entgegengewirkt.