Die Dominanz der Schweiz im alpinen Skisport wird zunehmend zur Herausforderung für Österreich, wie die neuesten Entwicklungen im Ski-Weltcup zeigen. Der Österreichische Skiverband (ÖSV) sieht sich konfrontiert mit der Realität, dass zwei Generationen talentierter Rennfahrer verloren gegangen sind, während die Schweiz ihre Athleten strategisch fördert. Laut krone.at ist die Schweizer Dominanz besonders in der Abfahrt unübersehbar. Fünf von sechs Weltcup-Abfahrten wurden von Schweizer Athleten gewonnen, und bei den Olympischen Spielen war Franjo von Allmen mit drei Goldmedaillen eine herausragende Figur.

Diese Lage wird von Hans Knauß, einem ORF-Experten, kritisch betrachtet. Er erklärt, dass die frühere Alleinherrschaft des ÖSV in den 90er Jahren negative Auswirkungen auf den Nachwuchs hatte. Viele Talente hingen im Europacup fest, da die Startplätze im Weltcup nahezu unerreichbar waren. Dies führte dazu, dass das Potenzial junger Sportler ungenutzt blieb, was sich auch heute noch bemerkbar macht, wie Knauß weiter feststellt. Im aktuellen Wettbewerb sind neun Schweizer in den Top 30 der Abfahrts-Weltrangliste, während die österreichischen Männer in der gleichen Zeitspanne eingeschränkten Erfolg verzeichnen konnten.

Strategien zur Talentförderung

Die Schweiz hat nun Pläne, die Situation aktiv zu verbessern. Um das Potenzial ihrer sogenannten „überzähligen“ Talente zu nutzen, denkt Swiss Ski darüber nach, alpine Athleten, die weder im Weltcup noch im Europacup genügend Perspektiven haben, in den Ski-Cross zu transferieren. Tom Stauffer, der Männer-Cheftrainer von Swiss Ski, bestätigt die Gespräche mit dem Verbands-CEO Walter Reusser über diesen innovativen Ansatz. Ein weiterer Schritt in dieser Richtung umfasst Schnupperkurse für alpine Fahrer bei den Ski-Crossern im kommenden Frühling.

Diese Entwicklung ist zudem eine Reaktion auf die Übermacht der Schweizer Abfahrer, die langfristig problematisch für ihre eigenen Talente werden könnte. Véronique Jaquet, eine der Nachwuchstrainerinnen, weist darauf hin, dass wichtige Einblicke aus der vergangenen Saison über die Notwendigkeit von Alternativlösungen für den alpinen Nachwuchs führen müssen. Der Fokus liegt darauf, den talentierten Athleten bessere Möglichkeiten zu bieten und ihnen das Potenzial zu entfalten.

Österreichs Antwort mit neuem Förderprojekt

Um dieser Herausforderung zu begegnen, haben der ÖSV und der ASVÖ ein neues Projekt gestartet, das sich 2030 zur Förderung des alpinen Nachwuchssports in Österreich widmet. Mehr als 1.900 junge Sportlerinnen und Sportler aus 164 Vereinen sind bereits Teil dieser Initiative. Ziel ist die Schaffung nachhaltiger Strukturen in der Talentförderung. Dieses Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit den Sportsvereinen und Trainer*innen umgesetzt, wie auf asvoe.at berichtet wird.

Die Initiative zielt darauf ab, sowohl die Vereinsarbeit zu würdigen als auch moderne Ansätze für Ausbildung und Fortbildung zu integrieren. Es wird eine intensivere Zusammenarbeit zwischen ÖSV, Vereinen und Dachverbänden angestrebt, um die Qualität der Ausbildung und die Unterstützung der Talente zu verbessern. Die Förderung beinhaltet finanzielle Anreize sowie Workshops, um Trainer und Betreuer zu schulen und die zukünftigen Wettbewerbsbedingungen zu optimieren.

Im Rahmen dieser strategischen Maßnahmen wird der ÖSV auch verstärkt auf offenes Training setzen und allen Interessierten die Möglichkeit bieten, an den Entwicklungen teilzuhaben. Über die weitere Vorgehensweise und die Fortschritte werden regelmäßige Informationen bereitgestellt, um die Talente bestmöglich zu unterstützen.