Im Rahmen einer umfassenden Personaloffensive an Schulen hat Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) für das kommende Schuljahr bedeutsame Änderungen in der Deutschförderung angekündigt. Laut Kleine Zeitung wird die Anzahl der Deutschförderkräfte auf 1.300 Planstellen verdoppelt. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, dass mehr Schülerinnen und Schüler mit erhöhtem Unterstützungsbedarf individuelle Förderung erhalten.

Die Genehmigung von 1.276,5 Planstellen erfolgt auf Grundlage der Anzahl der „außerordentlichen“ Schüler, die Unterstützung benötigen. Der Bildungsminister hebt hervor, dass alle genehmigten Planstellen derzeit besetzt sind, wodurch die Maßnahmen effizient umgesetzt werden können. Zusätzlich wurden über 190 Lehrerplanstellen für neu geschaffene pädagogisch-administrative Fachkräfte an Volks- und Mittelschulen vergeben, die Schulleitungen in ihrer Organisationsarbeit unterstützen.

Herausforderungen und Fortschritte in der Schulpsychologie

In der Schulpsychologie stellt die Besetzung offener Stellen eine Herausforderung dar. Generalsekretär Alexander Huber zeigt sich jedoch optimistisch, dass die noch offenen Stellen in den nächsten Ausschreibungen gefüllt werden können. Geplant ist eine Verdopplung der Schulpsychologie-Stellen von 190 auf 390 bis Ende 2027. Aktuell sind von 69 ausgeschriebenen Planstellen für das laufende Schuljahr 16 noch unbesetzt.

Die Bilanz der „Aufholjagd“ im Rahmen der Reformvorhaben wird von Huber als durchweg positiv bezeichnet. Besonders wichtig sei der Ausbau der Deutschförderung, da die deutsche Sprache als Grundlage für eine gute Bildung gilt. Die zusätzlich gewonnenen Fachkräfte sollen mehr Zeit für die Schülerinnen und Schüler schaffen und deren individuellen Bedürfnissen besser gerecht werden.

Verbesserungen in der Lehrerausbildung

Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Deutschförderung an Schulen ist die notwendige Ausbildung von angehenden Lehrern in „Deutsch als Fremdsprache“. Gemäß ORF wird die Anzahl der Planstellen für Deutschförderung von 577 auf über 1.324 erhöht. Bildungsminister Wiederkehr bezeichnete diesen Beschluss als bedeutenden Meilenstein, der die Qualität der Sprachförderung entscheidend verbessern soll.

Die neuen Curricula für die Pädagogenausbildung enthalten ab sofort ein Pflichtangebot für Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) mit sechs ECTS-Punkten. Dies ermöglicht es, dass bis März bereits rund 400 Quereinsteiger in Deutsch und etwa 200 in Deutsch als Zweitsprache/Fremdsprache zertifiziert werden konnten. Insgesamt gibt es einen Pool von rund 600 Quereinsteigenden, die für die Deutschförderung ausgebildet werden.

Bedeutung der Sprachförderung

Eine weitere Initiative zur Sprachförderung ist das Programm „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS), welches am 1. März 2020 in die zweite Phase trat. Der Fokus liegt dabei auf der Unterstützung in bis zu 2.700 Schulen und Kitas in Deutschland. Weitere Informationen zum Programm sind auf der Webseite KMK einsehbar.

Im Mittelpunkt stehen die Lese- und Schreibförderung sowie der sprachsensible Fachunterricht. Landesinstitute und Qualitätseinrichtungen der Länder arbeiten dabei eng zusammen, um die erzielten Ergebnisse der ersten Programmphase effektiv in die Praxis zu transferieren. Die ständige Weiterentwicklung und Forschung im Bereich der Sprachförderung bleibt eine zentrale Herausforderung, um die Bildungsqualität in Deutschland und Österreich nachhaltig zu steigern.