Am 16. Februar 2026 ereigneten sich im beliebten Skigebiet Nassfeld in Kärnten zwei schwere Skiunfälle, die die Aufmerksamkeit auf ein drängendes Problem lenken: zunehmende Fahrerflucht nach Skiunfällen. In beiden Fällen wurde der Rettungshubschrauber ARA 3 alarmiert, um die Verletzten ins LKH Villach zu transportieren. Zu den betroffenen Personen zählt eine 46-jährige Britin sowie ein 51-jähriger Steirer, die beide unbestimmte Verletzungen erlitten haben.

Der erste Unfall ereignete sich zwischen einer 14-jährigen deutschen Staatsangehörigen und der 46-jährigen Britin. Über die genaue Ursache des Unfalls gibt es derzeit noch keine Klarheit; mögliche Faktoren wie überhöhte Geschwindigkeit oder ein zu geringer Abstand werden in den Ermittlungen berücksichtigt. Beim zweiten Vorfall wurde der 51-jährige Steirer von einem unbekannten Skifahrer über die Pistenkante gedrängt und stürzte im hügeligen Gelände außerhalb der gesicherten Piste, ebenso verletzte er sich unbestimmten Grades. Der Verursacher setzte seine Fahrt fort, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, und die Polizei ermittelt wegen Unfallflucht.

Rücksichtsloses Verhalten auf den Pisten

Die Vorfälle im Nassfeld sind Teil eines besorgniserregenden Trends, der von Bergrettung und Alpinpolizei zunehmend beobachtet wird. Immer mehr Skifahrer verlassen den Unfallort, ohne Hilfe zu leisten. Dies geschieht in einem Kontext, in dem Skigebiete in ganz Österreich Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Verhaltensweisen planen. Der Anstieg solcher Unfälle und die damit verbundene Fahrerflucht werden unter anderem auf die hohe Auslastung der Pisten während der Semesterferien und auf das steigende Tempo zurückgeführt, das durch gehäuftes Fahren auf Kunstschnee verursacht wird, der härter ist und weniger verzeihend gegenüber Fahrfehlern.

Ein immer wieder gehörnter Aspekt ist das mangelnde Wissen über die Verhaltensregeln, die vom Internationalen Skiverband (FIS) vorgegeben werden. Zu den drei wichtigsten Regeln gehört es, Rücksicht auf andere Skifahrer zu nehmen, die richtige Fahrspur zu wählen und die Geschwindigkeit dem eigenen Fahrkönnen anzupassen. Trotz dieser Regeln ist die Zahl der Skifahrer, die nach einem Unfall weiterfahren, ansteigend.

Ermittlungen und Zeugenaufruf

Die Polizei bittet mögliche Zeugen des zweiten Unfalls im Nassfeld, sich zu melden. In den letzten Wochen kam es in verschiedenen Skigebieten immer häufiger zu Vorfällen, bei denen sich Unfallverursacher nicht um die Verletzten kümmerten. So wurde beispielsweise in Heiligenblut eine 52-jährige Französin schwer verletzt, nachdem sie von einem Kind angefahren wurde. Dies wirft zusätzlich einen Schatten auf die allgemeine Sicherheit auf den Pisten und führt zu einer verstärkten Sicherheitsdebatte.

Außerdem gibt es Berichte über andere Unfälle, bei denen Skifahrer nicht einmal stehenbleiben, um Verletzten zu helfen – ein Zustand, der nicht nur in Kärnten, sondern auch in Bayern zu einem regelrechten Polizei-Aufgebot geführt hat. Hier wird immer häufiger gegen Fahrerflucht ermittelt, wobei bei Verletzten auch wegen fahrlässiger Körperverletzung Anklage erhoben werden kann. Präventionsmaßnahmen werden von der Skiwacht und der Polizei empfohlen, um mehr Rücksichtnahme und sichereres Fahren auf den Pisten zu erreichen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

klick-kaernten.at berichtet, dass die Diskussion um die Sicherheit auf den Pisten verstärkt wird, während skinachrichten.de hinweist, dass immer mehr Skifahrer mit den Verhaltensregeln überfordert sind. Auch br.de beobachtet einen Anstieg der Vorfälle und thematisiert die Herausforderungen für Sicherheitskräfte, solche Fälle zu ermitteln und Schuldige zur Verantwortung zu ziehen.