Am 16. Jänner 2023 verstarb Andrea Andrade, eine prominente Schönheit und Influencerin aus den USA, nach einem langen Kampf gegen Darmkrebs. Sie erlangte nicht nur aufgrund ihrer Diagnose Aufmerksamkeit, sondern beeindruckte auch durch ihren unerschütterlichen Optimismus und ihr Engagement, während ihrer Erkrankung weiterhin an Schönheitswettbewerben teilzunehmen. Andrade, die zu diesem Zeitpunkt 35 Jahre alt war und über 20.000 Follower auf Instagram hatte, konnte sich trotz der medizinischen Prognosen, die ihr eine Lebenserwartung von nur sechs Monaten bis zwei Jahren gaben, in einer Vielzahl von Wettbewerben behaupten. Sie gewann fünf Schönheitswettbewerbe, darunter Miss Westcoast und Miss Nuestra Belleza USA im Jahr 2018. Ihr Ehemann, Chris Wilson, gab die traurige Nachricht über ihren Tod im sozialen Netzwerk bekannt und erhielt zahlreiche Beileidsbekundungen auf Andrades Instagram-Profil.
Bereits im Jahr 2017 wurde bei Andrade Darmkrebs im dritten Stadium diagnostiziert. Der Verlauf ihrer Erkrankung war nicht nur ein persönlicher Kampf, sondern brachte auch die Herausforderungen des Lebens mit einer schweren Krankheit mit sich. Viele Krebspatienten, wie auch Andrade, lernen, mit den physischen und psychischen Auswirkungen ihrer Therapie umzugehen. Die Behandlung von Darmkrebs kann insbesondere bei der Entfernung des Tumors schwerwiegende längere Verdauungsstörungen nach sich ziehen, wie die Deutsche Krebshilfe in einer aktuellen Mitteilung erklärt. Jedoch wird auch an neuen Forschungsprojekten gearbeitet, um die Lebensqualität von Patienten zu verbessern, wie das LEONORA-Studienprojekt zeigt, das sich speziell den nach der Therapie häufig auftretenden Verdauungsproblemen widmet.
Kämpfen gegen die Krankheit
Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland, mit etwa 55.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Die bevölkerungsdynamischen Herausforderungen machen es wichtig, Patient*innen weiterführende Informationen und Unterstützung zu bieten. Die LEONORA-Studie, gefördert mit rund 700.000 Euro von der Deutschen Krebshilfe, verwendet Synbiotika zur Verbesserung der Lebensqualität betroffener Patienten. Dabei werden lebende Mikroorganismen und spezifische Nährstoffe eingesetzt, um das Mikrobiom im Darm zu unterstützen, das durch Therapien oft beeinträchtigt wird. Patienten, die an Darmkrebs leiden, benötigen gezielte Unterstützung. Der menschliche Körper, dessen Mikrobiom für eine gesunde Verdauung und das Immunsystem entscheidend ist, leidet häufig unter den Therapiefolgen, die auch zu hohem Antibiotikaeinsatz führen können.
Umgang mit der Erkrankung
Neben der psychischen Belastung erfordert das Leben mit einer Krebserkrankung auch einen umfassenden körperlichen Umgang, insbesondere wenn ein Port implantiert wurde. Diese medizinischen Vorrichtungen, die oft für die Chemotherapie genutzt werden, können das Risiko von Infektionen erhöhen, wie der Krebsinformationsdienst hervorhebt. Zu den Symptomen gehören Fieber, Schüttelfrost sowie Rötungen um den Port. Komplikationen wie Thrombosen oder mechanische Probleme mit dem Katheter sind weitere Risiken, mit denen Patienten umgehen müssen. Fortlaufende ärztliche Betreuung und genaue Hygiene sind daher unerlässlich, um schwerwiegenden Folgen wie Sepsis vorzubeugen.
Andrade, die trotz ihrer schweren Erkrankung aktiv blieb, war für viele eine Inspirationsquelle. Ihr Mut, ihre Leidenschaft für das Leben, auch während der Chemotherapie, spiegelt den Kampf wider, den viele Krebspatient*innen täglich führen. Erneut zeigt sich, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für diese Herausforderungen zu schärfen und Hilfestellungen zu bieten, um die Lebensqualität von Patient*innen zu steigern.
Die Berichterstattung über Andrea Andrade klingt sowohl in ihrer persönlichen Geschichte nach als auch in den laufenden Forschungsvorhaben zur Verbesserung des Lebens von Darmkrebspatienten, die in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung sein werden. Ihr Leben und ihre Kämpfe hinterlassen eindrucksvolle Spuren im öffentlichen Diskurs über Krebs und die gesellschaftliche Wahrnehmung von Erkrankungen.