Die ehemalige Herzogin von York, Sarah Ferguson, steht erneut im Zentrum eines Skandals, nachdem bekannt wurde, dass sie den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein während seiner Haft im April 2009 besucht hat. Ferguson, die mittlerweile 66 Jahre alt ist, traf Epstein in seinem Büro in West Palm Beach, Florida, mit dem Ziel, über ihr Geschäftsprojekt „Mothers Army“ zu sprechen und hoffte auf finanzielle Unterstützung. Zu diesem Zeitpunkt war Epstein wegen schwerer Sexualvergehen an einer 14-Jährigen verurteilt und hatte noch drei Monate Haft zu verbüßen, durfte jedoch täglich bis zu zwölf Stunden seiner Haftstrafe in seinem Büro verbringen, begleitet von einem Sheriffbeamten. In einer E-Mail, die eine Woche nach dem Besuch an Epstein gesendet wurde, bezeichnete Ferguson ihn als „legendär“ und drückte ihren Stolz auf ihn aus, was für Aufregung sorgte. Dies berichtet oe24.

Der US-Kongressabgeordnete Suhas Subramanyam fordert nun von Ferguson, vor dem Oversight-Komitee auszusagen, das die Verbindungen und das Netzwerk von Epstein untersucht. Subramanyam betont, dass Ferguson, sofern sie nichts falsch gemacht hat, die Möglichkeit hat, ihren Namen reinzuwaschen und den Opfern Gerechtigkeit zu verschaffen. US-Anwältin Gloria Allred, die Opfer von Epstein vertritt, kritisiert den Besuch von Ferguson scharf und bezeichnet sein Verhalten als „Schande“.

Unheimliche E-Mails und finanzielle Interessen

Neu veröffentlichte Dokumente des US-Justizministeriums zeigen, dass Ferguson weiterhin in Kontakt mit Epstein blieb, auch nach seiner Haftentlassung. So versandte sie am 17. September 2009 eine E-Mail, in der sie ihm von einer „einzelnen“ Frau mit einem „großen Körper“ berichtete, die Epstein treffen sollte. Ferguson nutzte den Kontakt zu Epstein nicht nur für die geschäftlichen Interessen ihres Projekts, sondern bat ihn auch, die Reiseausgaben für sich und ihre beiden Töchter nach Miami zu übernehmen, die sich auf rund 15.000 US-Dollar beliefen. In einem weiteren E-Mail vom Juli 2010 bezeichnete sie Epstein als ihren „Säulenhalter“ und sprach offen über ihre Abhängigkeit von ihm in finanziellen Angelegenheiten. Dies lässt sich auf abc.net.au zurückverfolgen.

Laut weiteren Informationen aus den Epstein-Dateien, die von Sky News veröffentlicht wurden, war Ferguson auch bei der Planung einer Beteiligung von Epstein an ihrem Projekt „Mothers Army“ involviert, das sich dafür einsetzen sollte, die Stimmen von Müttern in gesellschaftlichen Angelegenheiten zu stärken. Geplant war, dass Epstein eine 51-prozentige Beteiligung an dem Projekt übernimmt, wodurch er zum Mehrheitsaktionär wurde. Ferguson sollte für ihre Arbeit ein Gehalt von 250.000 US-Dollar erhalten. Diese heiklen Details zeigen, wie nahtlos persönliche und geschäftliche Interessen in Fergusons Beziehung zu Epstein verwoben waren.

Ruf und Rücktritt

Angesichts der gegen sie erhobenen Vorwürfe hat Ferguson öffentlich Bedauern über ihre frühere Freundschaft mit Epstein geäußert. Ihre Wohltätigkeitsorganisation, Sarah’s Trust, kündigte zudem an, sie werde „für die absehbare Zukunft“ geschlossen, da die negativen Berichterstattungen und öffentlicher Druck zunahmen. Ferguson hatte sich in der Vergangenheit als Freund von Epstein bezeichnet und ihn als den „Bruder, den sie sich immer gewünscht hat“, beschrieben. Später jedoch zog sie den Schlussstrich und bezeichnete die Zeit als „gigantischen Fehler in der Urteilsfindung“. Ihre Töchter, Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie, die sie mit ihrem Ex-Mann, Prinz Andrew, hat, stehen ebenfalls in der Öffentlichkeit im Schatten dieser Kontroversen, insbesondere da Andrew ebenfalls mit schweren Vorwürfen von sexuellem Fehlverhalten konfrontiert wurde und seine königlichen Titel verlor.

Es bleibt abzuwarten, wie das Oversight-Komitee mit Fergusons Aussagen umgehen wird und ob sich weitere Details über ihre Vergangenheit mit Epstein zu Tage fördern werden. Die Thematik wirft nicht nur Fragen nach der Verantwortung und Rechenschaftspflicht im königlichen Umfeld auf, sondern auch nach den unheilvollen Verbindungen zwischen prominenten Persönlichkeiten und den Konsequenzen solcher Beziehungen.