Der österreichische Bobpilot Jakob Mandlbauer ist nach einem schweren Sturz während des Vierer-Bewerbs bei den Olympischen Spielen in Cortina in ein Salzburger Krankenhaus überstellt worden. Der Vorfall ereignete sich am Samstag, als Mandlbauer mit seinem Bob zu schnell aus der Kurve 9 kam und bei 115 km/h kippt, wodurch er auf der Seite den Eiskanal hinunter schlitterte. Während seine drei Anschieber, Sebastian Mitterer, Daiyehan Nichols-Bardi und Daniel Bertschler, den Eiskanal selbstständig verlassen konnten, musste Mandlbauer auf einer Trage abtransportiert werden und erhielt sofort medizinische Hilfe von Sanitätern und Rettungskräften. Laut Laola1 zeigte der 27-Jährige zunächst Anzeichen einer Bandscheibenproblematik auf Höhe C5/C6.
Im Anschluss an den Unfall wurde Mandlbauer zunächst in ein italienisches Krankenhaus gebracht, bevor er zur weiteren Beobachtung in die Klinik nach Treviso verlegt wurde. Nach Angaben von Dr. Bernhard Unterkofler diente diese Verlegung ausschließlich der medizinischen Überwachung, um mögliche Risiken auszuschließen. Dort erhielt Mandlbauer eine Schmerztherapie sowie umfassende Drucktests an Armen und Beinen. Glücklicherweise konnte er bereits selbständig aufstehen und äußerte, dass er bestens betreut werde.
Medizinische Versorgung und Ausblick
Mandlbauer wurde per Flugambulanz in das Salzburger Unfallkrankenhaus gebracht. Am Montag soll er einem Wirbelsäulenspezialisten in Salzburg vorgestellt werden, um eine genauere Diagnose und Behandlung seiner Beschwerden zu erhalten. Vor dem Transport war Mandlbauer bei Bewusstsein; sein Kopf wurde mit einer Halskrause fixiert und sein Körper war in eine Wärmefolie gehüllt. Trotz der Schwere des Sturzes konnte er alle Gliedmaßen bewegen, hat jedoch erhebliche Schmerzen im Nackenbereich, wie ebenfalls von Bild berichtet.
Die Gefahren des Bobsports sind allgemein bekannt, und auch Adam Ammour, ein deutscher Bobpilot, äußerte sich zur Notwendigkeit von Vorsicht in diesem gefährlichen Sport, der ein hohes Unfallrisiko birgt. Zwischen 1924 und 2004 haben 42 Athleten ihr Leben in diesem Sport verloren. Der Bobsport ist Teil des olympischen Programms und wird auf Metallkufen mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h betrieben, wobei teilweise sogar 150 km/h erreicht werden.
Historischer Kontext des Bobsports
Der Bobsport hat seine Wurzeln im späten 19. Jahrhundert, als er in der Schweiz von Engländern entwickelt wurde. Die ersten Bobs wurden 1888 in Andreasberg gebaut. Mit den ersten Olympischen Wettkämpfen im Zweierbob und Viererbob seit 1924 hat sich der Sport international etabliert, wie auf Wikipedia zu lesen ist. Deutschland hat sich als erfolgreichste Nation im Bobsport etabliert, mit 32 olympischen Medaillen und 124 WM-Medaillen bis heute.
Obwohl Mandlbauer nun in Salzburg in Behandlung ist, hofft er auf eine baldige Rückkehr nach Hause und auf Genesung nach diesem schrecklichen Vorfall.