Der U-Ausschuss zur Causa Christian Pilnacek nimmt weiterhin an Fahrt auf. Am 11. März 2026 spricht Nina Tomaselli, Fraktionsführerin der Grünen, vor dem Ausschuss über die Smartwatch von Pilnacek. Ursprüngliche Berichte des Bundeskriminalamts hatten ergeben, dass keine relevanten Daten auf der Smartwatch zu finden waren. Dennoch fordert die NEOS-Abgeordnete Sophie Wotschke eine eingehende Prüfung der Inhalte von Pilnaceks Laptop, um potenzielle neue Erkenntnisse zu sammeln.

Christian Hafenecker von der FPÖ bringt in der Sitzung auch mögliche Profiteure einer Manipulation des Laptops zur Sprache. Ein Gutachten eines IT-Technikers lässt darauf schließen, dass es Hinweise auf Versuche gab, wichtige Spuren zu verwischen. Thomas Elian von der ÖVP ergänzt, dass Änderungen am Laptop vor dessen Übergabe an die Justiz vorgenommen wurden, was die Verwirrung nur noch verstärkt.

Smartwatch-Analyse und digitale Beweismittel

Die Smartwatch selbst wurde während der letzten Nacht von Pilnaceks Leben getragen, und eine detaillierte Auswertung durch den IT-Forensiker steht auf der Agenda. Obwohl der ursprüngliche Bericht des Bundeskriminalamts als professionell eingestuft wurde, hofft die FPÖ auf neue Erkenntnisse bezüglich Kommunikations- und Gesundheitsdaten. Der IT-Forensiker, der seit Jahren für die Justizbetreuungsagentur arbeitet, sieht sich als Brückenbauer zwischen komplexen IT-Fragestellungen und den Ermittlungen.

Er betont jedoch auch, dass die Auswertung der Smartwatch keine Aussagen über verschlüsselte Gesundheitsdaten treffen kann. Dennoch wurden zwischen 1:25 Uhr und 1:45 Uhr 75 Kommunikationsversuche zwischen der Smartwatch und anderen Bluetooth-Geräten festgestellt. Dies wirft Fragen auf, vor allem, weil einige wichtige Anrufe, einschließlich dem von Hafenecker, nicht in den Daten auftauchen.

Der IT-Experte erwähnt zudem, dass die „PowerShell von Microsoft bewusst gelöscht“ wurde, was auf Manipulationsversuche hindeutet. In einer weiteren Enthüllung wird erwähnt, dass diese Löschung mutmaßlich im Herbst 2023 von Karin Wurm und Anna P. in Wien angeordnet wurde. Dies zeigt, wie komplex und tiefgründig die juristischen und technischen Fragestellungen in diesem Fall sind.

Polizeiliche Ermittlungen und kritische Stimmen

Im Rahmen des Ausschusses wird auch der Umgang der Polizei mit den Datenträgern kritisch hinterfragt. Der SPÖ-Abgeordnete Jan Krainer äußert Unmut über die ersten Stunden nach Pilnaceks Tod und erklärt, dass er keinen Erkenntnisgewinn erwarte. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem der verhinderte Obduktion des Leichnams und der schnellen Annahme von Suizid durch die Polizei.

Zusätzlich wird ein Journalist, Michael Nikbakhsh, als nächster Zeuge in den U-Ausschuss geladen. Es gibt Unmut innerhalb der ÖVP über die Ladung eines Unternehmers, der ein Treffen mit Pilnacek heimlich aufgezeichnet hat. Diese Aufzeichnung könnte schwerwiegende Vorwürfe gegen die ÖVP enthalten, was die Situation zusätzlich belastet. Hafenecker spricht von Einschüchterungsversuchen seitens Andreas Hanger (ÖVP).

In einer Zeit, wo digitale Beweismittel immer bedeutender werden, ist die IT-Forensik als entscheidender Faktor für die Aufklärung von Kriminalfällen angestiegen. Unter Verwendung moderner Methoden zur Zusicherung, Untersuchung und Aufbereitung digitaler Daten werden geeignete Wege gesucht, um die Sicherheit in der digitalen Welt zu gewährleisten. Das Bundeskriminalamt hat dazu verschiedene Techniken entwickelt, die weiterhin fortgeführt und optimiert werden.