Am vergangenen Freitag verwandelte starker Schneefall Graz in eine Winterlandschaft, die viele Grazer dazu brachte, ihre Pläne zu überdenken. Aufgrund der widrigen Wetterbedingungen wurden Straßen gesperrt, Autos blieben stecken und es kam zu Stromausfällen. Dies hielt jedoch Lukas, einen 35-jährigen leidenschaftlichen Snowboarder, und seinen Freund Elias nicht davon ab, das Beste aus der Situation zu machen. Anstatt ins Skigebiet zu fahren, entschieden sie sich, die verschneiten Hänge des Schloßbergs mit ihren Snowboards zu „reiten“, wie 5min berichtet.
Lukas und Elias filmten ihre abenteuerliche Session, die kreative Lines zwischen Mauern, Stiegen und urbanen Kanten beinhaltete. „Es war eine Gaude“, so Lukas, der sich aktiv in der Freestyle- und Street-Snowboard-Szene bewegt und stets auf der Suche nach neuen Spots in städtischen Räumen ist. Für Lukas ist der Sport nicht nur ein Hobby, sondern auch Ausdruck seiner Verbundenheit zur Stadt. Er äußerte sein Mitgefühl für die Menschen, die unter den widrigen Wetterverhältnissen litten, und hoffte auf eine baldige Verbesserung der Lage.
Kreative Alternativen im Schnee
Die humorvolle Ansicht der kreativen Snowboardsession fand auch in sozialen Medien Anklang. Die Kommentare unter dem zugehörigen YouTube-Video bezeugen das skurrile Vergnügen, das diese Art der Improvisation den Zuschauern bereitete. Da er zudem einen YouTube-Kanal namens „LuxBikeTV“ betreibt, hat dieser Moment Lukas die Möglichkeit gegeben, seine Leidenschaft für Action-Sportarten mit einem breiteren Publikum zu teilen. Zuletzt präsentierte er seinen eigenen Mountainbike-Film „Hendlbar“ im Schubertkino Graz. Diese Kombination aus Improvisation und Kreativität zeigt, dass auch extreme Wetterbedingungen neue Möglichkeiten formen können.
Diese Situation erinnert an den sogenannten „Jahrhundertschnee“ von 1986, als ein extrem harscher Winter Graz erfasste. Damals verwandelte sich die Herrengasse in eine Langlaufloipe, da der Verkehr zum Erliegen kam. Austria-Forum berichtet, dass die Einsatzkräfte rund um die Uhr im Einsatz waren, um den Schnee zu räumen, was eine Herausforderung darstellte, da die Schneefälle nicht nachließen. Der Einsatzleiter Erich Scheucher hatte erst vor kurzem den Katastrophenbereitschaftsdienst übernommen und musste sogar die Bereitschaftstruppe zurückrufen.
Der Jahrhundertwinter von 1986
In diesem extremen Winter fiel allein vom 9. bis 12. Februar eine Schneedecke von 72 Zentimetern, was für eine Stadt katastrophale Auswirkungen hatte. Die Verkehrsverbindungen brachen zusammen, Busse und Straßenbahnen konnten nicht mehr fahren. Der Winterdienst war ständig im Einsatz und musste sogar auf Frächter und das Bundesheer zurückgreifen, um den Schnee abtransportieren zu lassen. Dennoch verwandelten Anwohner den Schnee in Spielplatz und Schi- und Rodelpisten, was eine gewisse Solidarität in der belagerten Stadt zeigte.
Die aktuelle Situation in Graz könnte als vergleichbar mit der von 1986 angesehen werden, wo auch die Menschen auf kreative Weise mit den Herausforderungen umgingen. Kleine Zeitung hebt hervor, dass der Umgang mit extremen Wetterbedingungen oft eine Grundhaltung der Gelassenheit erfordert. Angesichts der Rekordschneefälle könnten Grazer auch ohne Schnee in der Stadt bereit sein, ihre Skier anzuschnallen.