Die österreichische Bundesregierung strebt eine Reform gegen die sogenannten „Shrinkflation“ an, die durch geringere Inhalte bei gleichbleibendem oder höheren Preisen in Supermärkten geprägt ist. Die Koalition plant einen Beschluss zur Einführung einer obligatorischen Kennzeichnungspflicht, welche bereits in der kommenden Plenarwoche beschlossen werden könnte. In Zukunft sollen Kunden im Supermarkt auf Produkte mit dem Hinweis „Achtung: Weniger Inhalt – höherer Preis“ aufmerksam gemacht werden, um mehr Transparenz in der Preisgestaltung zu schaffen. Dies berichtet Vienna.at.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont, dass die Bevölkerung ein Recht auf transparente und faire Preisgestaltung hat. Irreführende Rabattaktionen und versteckte Preiserhöhungen gefährden das Vertrauen der Konsumenten. Daher werden österreichweit verstärkte Kontrollen bei Preisauszeichnungen und Rabatten im Lebensmitteleinzelhandel durchgeführt. Geplant ist, dass das Gesetz gegen Shrinkflation ab April 2026 in Kraft tritt und vor allem Unternehmen mit einer Verkaufsfläche über 400 m² betreffen wird. Bei Verstößen drohen Geldbußen, um die Einhaltung der neuen Regelungen zu sichern, wie Kosmo.at berichtet.
Details zum Nationalrat und Stabilitätspakt
In der nächsten Sitzung des Nationalrats am 25. Februar 2026 stehen weitere zentrale Themen auf der Tagesordnung. Neben dem Anti-Mogelpackungs-Gesetz werden auch Änderungen im Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz sowie der österreichische Stabilitätspakt diskutiert. Ziel des Stabilitätspakts ist die Senkung des Budgetdefizits des Bundes von derzeit 3,1% auf 2,1% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2029. Den Ländern wird eine Verschuldung von 1,1% im Jahr 2026 und von 0,7% bis zum Jahr 2029 gestattet, während der Bund ab 2030 76% der erlaubten Verschuldung tragen wird, berichtet parlament.gv.at.
Zusätzlich wird während der Plenarwoche auch über eine Novelle zur besseren Lebensmittelversorgung im Krisenfall diskutiert. Es wird jedoch betont, dass hier noch Gesprächsbedarf zwischen den politischen Parteien FPÖ und Grüne besteht. Die Plenarwoche wird eröffnet mit zwei aktuellen Stunden, in denen NEOS eine Reform des Bildungssystems und die FPÖ intransparente Geldgeschenke an die Ukraine thematisieren möchte.
Künftige Maßnahmen und Controlling
Um die Transparenz im Lebensmitteleinzelhandel zu erhöhen, sind auch neue Maßnahmen zur Grundpreisauszeichnung in Planung. Diese sollen eine einheitliche Darstellung und bessere Lesbarkeit durch größere Schriftgrößen sowie klare Vorgaben für digitale Preisschilder umfassen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Zusammenhang mit irreführenden Rabattaktionen rechtliche Schritte gegen große Handelsketten eingeleitet, um die Verbraucherrechte zu stärken.
Der vielschichtige Ansatz der Regierung zur Bekämpfung von Shrinkflation und die geplanten Reformen im Natinoalrat sind Teil eines umfassenden Bestrebens, das Konsumentenvertrauen zu fördern und faire Preisgestaltungen zu sichern. Verbraucher können sich auf mehr Klarheit und Transparenz im Lebensmittelmarkt freuen.