Die aktuelle Sicherheitslage in der Straße von Hormuz hat zu einer drastischen Reduzierung des Schiffsverkehrs geführt. Nach Informationen von Kleine Zeitung zeigen Satellitenbilder, dass sich zahlreiche Schiffe an großen Häfen wie Fujaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten stauen, da sie die strategisch wichtige Meerenge nicht passieren können.

Die iranischen Revolutionsgarden haben eine Funkdurchsage gemacht, in der sie verkünden, dass „kein Schiff die Straße von Hormuz passieren darf“. Infolgedessen hat die US-Marine eine Warnung bezüglich Fahrten im Persischen Golf, im Golf von Oman, im Nordarabischen Meer und in der Straße von Hormuz herausgegeben, da sie die Sicherheit der Schifffahrt nicht garantieren kann.

Sicherheitswarnungen und Folgen für die Schifffahrt

Das griechische Schifffahrtsministerium hat eindringlich geraten, die Region zu meiden. Gleichzeitig erklärt die britische Marine, dass die Anweisungen des Irans nicht rechtsverbindlich sind und rät Schiffen zur Vorsicht beim Passieren der Meerenge. Der Einfluss dieser Situation ist enorm, da etwa 20% des weltweit verschifften Öls, inklusive des Öltransports aus Saudi-Arabien, den VAE, dem Irak, Kuwait und dem Iran, durch die Straße von Hormuz transportiert wird.

Hierbei handelt es sich um eine Meerenge von strategischer Bedeutung, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Die engste Stelle zwischen den Inseln Larak (Iran) und Great Quoin, Salāma (Oman) beträgt ca. 38 Kilometer, während täglich zwischen 16,5 und 20 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge transportiert werden. Diese liefert nicht nur Erdöl, sondern auch große Mengen Flüssigerdgas aus Katar. Nach den zuletzt beobachteten Schiffbewegungen zeigt sich, dass 14 LNG-Tanker langsamer fuhren, wendeten oder stoppten.

Reedereien treffen Vorsichtsmaßnahmen

In Anbetracht der aktuellen Risiken hat die deutsche Reederei Hapag-Lloyd alle Durchfahrten durch die Straße von Hormuz bis auf Weiteres eingestellt. Die französische Reederei CMA CGM hat ihre Schiffe angewiesen, einen Schutzhafen anzulaufen, während die dänische Reederei Maersk weiterhin Fracht im Nahen Osten annimmt, sich aber mit Sicherheitspartnern abstimmt.

Die US-Regierung schätzt die Auswirkungen auf die globale Ölversorgung als gering ein und plant keine Freigabe strategischer Ölreserven. Dennoch wird eine Erhöhung des Ölpreises erwartet. Barclays rechnet mit einem Anstieg und prognostiziert, dass der Brent-Preis auf 100 US-Dollar pro Barrel steigen könnte. Tatsächlich stieg der Ölpreis am Freitag um rund 2% auf 72,48 US-Dollar pro Fass und wurde am Samstag auf etwa 80 US-Dollar taxiert.

In einem größeren Kontext ist die Straße von Hormuz bereits seit Jahrhunderten von strategischer Bedeutung. Diese engste Passage für den globalen Energiehandel ist nicht nur für die Länder des Nahen Ostens, sondern auch für viele Industrien weltweit wichtig. Historisch war die Straße bis zum 16. Jahrhundert der wichtigste Wasserweg zwischen Europa und Indien. Die aktuelle Krise ist die jüngste in einer Reihe von Konflikten, die bereits zurückgehen bis in die 1970er Jahre und die Sicherheitslage in dieser Region nachhaltig beeinflussen.

Mit der angespannteren Sicherheitslage ist auch zu beobachten, dass alternative Transportwege begrenzt sind und viele schnell an Kapazitätsgrenzen stoßen. Während eine Pipeline von Abu Dhabi nach Fujairah existiert, die die Straße umgeht, hat diese jedoch eine geringere Kapazität. Ebenso verfügt Saudi-Arabien über eine Pipeline nach Yanbu am Roten Meer, die jedoch auch nur eine begrenzte Lösung darstellt.

Insgesamt stellt sich die Situation weiterhin als kritisch dar, und die internationalen Märkte müssen sich auf mögliche langfristige Auswirkungen durch anhaltende Spannungen in der Region einstellen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt bereits vor einer globalen Rezession, sollte die Versorgungskrise anhalten.