Am 13. März 2026 fand die dritte Kuratoriumssitzung zur Generalsanierung des Doms St. Pölten statt. Unter dem Vorsitz von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner versammelten sich zahlreiche prominente Teilnehmer, darunter Diözesanbischof Alois Schwarz, Bürgermeister Matthias Stadler, Präsident des Bundesdenkmalamtes Christoph Bazil und Vereinsobmann Herbert Klenk. Der Dom fungiert als spirituelles Zentrum der Diözese und ist ein zentraler Ort in der Landeshauptstadt St. Pölten.
Die Generalsanierung des Doms wird bis 2031 in insgesamt acht Bauetappen durchgeführt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8 Millionen Euro, wobei das Land Niederösterreich 20% übernimmt. Bislang sind die ersten zwei Bauetappen abgeschlossen worden, die eine Sanierung des Turms und der Westfassade umfassten. Die nächste Bauetappe, die für 2026/2027 geplant ist, beinhaltet die Neueindeckung des Langhausdaches sowie die Sanierung der Fassaden an der Nord- und Südseite.
Verlauf der Sanierungsarbeiten
Im Rahmen der laufenden Sanierungsmaßnahmen wurde die Glocke im Apsistürmchen gereinigt und in einer neuen Holzkonstruktion aufgehängt. Zum Läuten der Glocke wurde ein neues Hanfseil installiert. Darüber hinaus wurde die Kupferblecheindeckung ausgebessert, und das „Auge Gottes“ auf dem Dach wurde abgenommen, neu vergoldet und anschließend wieder aufgesetzt. Diese Glocke, die als „Kompletglocke“ bezeichnet wird, stammt aus dem 16. Jahrhundert und hat eine spannende Geschichte. Ursprünglich läutete sie in der Schlosskapelle Achleiten und fand später ihren Weg in das neu gegründete Dommuseum, bevor sie 1946 an ihren heutigen Standort gebracht wurde.
Die Glocke hat ein Gewicht von 45,5 kg und einen Durchmesser von 40 cm. Ihre Tonlage liegt zwischen c‘‘‘ und cis‘‘‘ und wird aktuell zum Läuten des Magnificat der Pontificalvespern verwendet, wodurch sie auch als „Vesperglocke“ bekannt ist. Diese Maßnahmen sind Teil einer größeren Initiative, die auf die umfassende Erhaltung des Denkmals abzielt, die Bedeutung der Baukultur hervorhebt und auch in einem breiteren Kontext betrachtet werden kann.
Gemeinschaftsprojekt und zukünftige Ziele
Die Generalsanierung des Doms stellt ein Gemeinschaftsprojekt dar, an dem das Land Niederösterreich, die Diözese St. Pölten, die Stadt St. Pölten, das Bundesdenkmalamt und ein Spendenverein beteiligt sind. Es ist geplant, über die kommenden Jahre hinweg 8 Millionen Euro für das Projekt zu akquirieren. Für die nächste Bauetappe müssen 1,5 Millionen Euro gesammelt werden.
Um diese Summe zu erreichen, sind verschiedene Fundraising-Veranstaltungen in Vorbereitung, darunter ein Dinner im Dom sowie ein großes Konzert im Festspielhaus im Jahr 2027. Die Sanierung des Doms ist nicht nur ein bedeutendes kulturelles Unterfangen, sondern auch ein Beispiel für das Engagement, Denkmäler und deren Geschichte lebendig zu halten, wie sie auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt werden.