Am 15. Februar 2026 feiert der neue Film „Rose“ von Regisseur Markus Schleinzer seine Weltpremiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale). Die Hauptrolle spielt die renommierte Schauspielerin Sandra Hüller, die zuletzt für ihre Darbietung in „Anatomie eines Falls“ oscarnominiert wurde. Hüller hebt Schleinzer als visionären Regisseur hervor, der trotz der Herausforderungen eines historischen Settings, wie dem Dreißigjährigen Krieg, viel Vertrauen in ihre künstlerische Freiheit am Set zeigt. Ihr Charakter ist vor allem durch die Herausforderungen seiner Identität geprägt, was die Verbindung zwischen dem Privaten und dem Politischen thematisiert.

Der Film spielt im 17. Jahrhundert und basiert auf dokumentierten Berichten über Frauen, die sich als Männer verkleiden. Die Handlung folgt Rose, einem mysteriösen Soldaten, der in ein protestantisches Dorf eindringt. Eigentlich ist Rose eine Frau, die die männliche Identität angenommen hat, um in einer patriarchalen Gesellschaft Anerkennung und Integration zu finden.

Ein kraftvolles Thema

Hüller beschreibt, dass die Darstellung einer konkreten Person im Film automatisch gesellschaftliche Themen anspricht. Ihre Rolle fordert sie heraus, die männliche Figur von Rose subtil und glaubwürdig zu spielen, ohne in stereotype männliche Gesten zu verfallen. Die Hauptdarstellerin braucht hierfür nicht nur schauspielerisches Talent, sondern auch eine tiefere Auseinandersetzung mit den emotionalen und gesellschaftlichen Aspekten ihrer Figur.

„Rose“ wird als Historiendrama eingestuft und ist für Kinostarts in Deutschland und Österreich im April 2026 geplant. Die Dreharbeiten fanden von Mai bis Dezember 2024 in Sachsen-Anhalt und Österreich statt und umfassten 37 Drehtage. Hüller sieht in ihrem Projekt ein bedeutendes Gegenmittel zu den oft stereotypen Darstellungen von Frauen in Filmen, die historisch häufig auf passive Rollen reduziert wurden. In der Vergangenheit waren Frauenfiguren oftmals darauf beschränkt, Männer zu unterstützen, ein Punkt, der den Diskurs über Feminismus im Kino eindringlich prägt.

Die Entwicklungen der Darstellung von Frauen im Film

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Geschlechterrollen wird stark durch die Filmindustrie beeinflusst. Feministische Filmemacherinnen und Kritikerinnen haben seit den 1960er Jahren eine realistischere und vielschichtigere Darstellung von Frauen gefordert. Ein Beispiel ist der Film „Jeanne Dielman“ von Chantal Akerman, der das Leben einer alleinerziehenden Mutter in einem patriarchalischen System kritisch beleuchtet. Der Aufstieg feministischer Filmtheorien und die zunehmende Sichtbarkeit starker weiblicher Charaktere, wie in „Wonder Woman“ und „Hidden Figures“, sind bedeutende Fortschritte in dieser Hinsicht.

Trotz dieser Fortschritte besteht nach wie vor die Herausforderung von Stereotypen und überholten Geschlechterrollen. Sandra Hüller ist sich dieser Problematik bewusst und hat bei ihrer Rollenwahl betont, dass sie nicht langfristig plant, sondern sich von Projekten leiten lässt, die sie künstlerisch ansprechen und die die Vorteile bieten, in ihrer Muttersprache zu arbeiten.

Bevor der Film „Rose“ am Sonntag seine Uraufführung feiert, ist er bereits als ein Schlüsselwerk positioniert, das nicht nur die individuellen Herausforderungen der Hauptfigur aufzeigt, sondern auch einen gerechteren, feministischen Blick auf die Darstellung von Frauen im Film ermöglichen könnte.