Die Stadt Salzburg trauert um einen bedeutenden Visionär der Inklusion und Barrierefreiheit. Franz Hufnagl verstarb am 23. Jänner 2026 im Alter von 84 Jahren. Über Jahrzehnte hinweg war Hufnagl eine engagierte Stimme für die Rechte von Menschen mit Behinderung und setzte sich unermüdlich für eine zugängliche und inklusive Stadt Salzburg ein. Er war seit den 1990er-Jahren Mitglied des Behindertenbeirates und hat zahlreiche Projekte angestoßen, die Barrierefreiheit als Grundrecht verankern.
Hufnagl wurde nicht nur als geschätzter Partner, sondern auch als unermüdlicher Kämpfer für Selbstbestimmung und Teilhabe bezeichnet. Seine Überzeugung war klar: Eine inklusive Stadt ist gleichbedeutend mit Würde und Gleichstellung für alle Menschen. Die Stadt Salzburg würdigt seinen wertvollen Beitrag und drückt der Familie sowie den Freunden ihr tiefes Mitgefühl aus, denn Hufnagl wird sehr fehlen.
Ehrung für außergewöhnliches Engagement
Neben seiner herausragenden Arbeit wurde Franz Hufnagl auch für sein soziales Engagement geehrt. Zusammen mit Gertraud Scheichl erhielt er den „Ehrenbecher“ der Stadt Salzburg. Diese Auszeichnung wurde von Stadträtin Anja Hagenauer im Marmorsaal des Schlosses Mirabell überreicht. Scheichl, die seit 22 Jahren bei der Vinzigemeinschaft aktiv ist, koordiniert beispielsweise die Fahrer:innen und Beifahrer:innen des Vinzibusses, der 2000 gegründet wurde und täglich Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen bietet.
Hufnagl war zudem 12 Jahre Obmann der Ortsgruppe Salzburg Stadt des Österreichischen Zivilinvalidenverbands (ÖZIV). Sein Engagement galt stets dem Abbau von Barrieren und der Gleichstellung behinderter Menschen. Er zeigte sich optimistisch für die Zukunft und wünschte sich eine gute Zusammenarbeit, ein Wachstum an Mitgliedern sowie mehr Toleranz im Umgang mit Menschen mit Behinderung.
Inklusion im digitalen Zeitalter
In den letzten Jahren hat das Thema Inklusion auch im digitalen Bereich an Bedeutung gewonnen. Eine Studie der Aktion Mensch aus dem Jahr 2019 beleuchtet, welche Herausforderungen die Digitalisierung für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung mit sich bringt. Es zeigt sich, dass digitale Teilhabe ein wesentlicher Bestandteil sozialer Teilhabe ist und dass Menschen mit Behinderung oft auf Hürden stoßen, insbesondere im Internet.
Ab Juni 2025 sind privatwirtschaftliche Anbieter verpflichtet, ihre Online-Angebote barrierefrei zu gestalten. Dieses Barrierefreiheitsstärkungsgesetz zielt darauf ab, die Nutzung digitaler Angebote für viele Menschen mit Beeinträchtigung zu erleichtern, wobei jedoch die Herausforderungen weiterhin bestehen bleiben. Hufnagls Vision einer barrierefreien Stadt wird somit nicht nur in der physischen Welt, sondern auch in der digitalen Welt weiterverfolgt.
Die Stadt Salzburg wird sein Erbe ehren und sich weiterhin dafür einsetzen, dass die von ihm angestoßene Bewegung für eine inklusive Gesellschaft nicht ins Stocken gerät.
Für weitere Details zu Franz Hufnagls Lebenswerk und den aktuellen Entwicklungen in der Inklusion besuchen Sie die Artikel von 5min, meinbezirk und erfahren Sie mehr über die Herausforderungen der digitalen Teilhabe auf Aktion Mensch.