Am Dienstag, den 15. November 2025, soll ein Gesetz zur Bekämpfung von „Shrinkflation“ in den Ministerrat kommen und dem Nationalrat zugeleitet werden. Dies berichtet vienna.at. Ziel des Gesetzes ist es, gegen die Praxis vorzugehen, bei der Produkte in Größe oder Menge reduziert werden, während die Preise gleich bleiben oder sogar steigen. Diese als „Shrinkflation“ bezeichnete Entwicklung wird von Verbraucherschutzgruppen zunehmend kritisiert, da sie oft unbemerkt bleibt und Verbraucher in ihrer Kaufentscheidung beeinflusst.

Die Stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Julia Herr äußert sich kritisch zu den derzeitigen politischen Maßnahmen und fordert höhere Strafen für Verstöße gegen die Shrinkflation. Während bisher 500 Anzeigen im Rahmen der „Aktion Scharf“, einer Initiative zur verstärkten Kontrolle der Marktämter, registriert wurden, ist die Höchststrafe für Unternehmen mit 1.450 Euro vergleichsweise gering. Zum Vergleich: Eine Strafe für das Sammeln von mehr als zwei Kilo Schwammerl in Salzburg könnte bis zu 14.600 Euro betragen.

Hintergrund zu Shrinkflation

Shrinkflation, auch bekannt als „package downsizing“, beschreibt den Prozess, bei dem Produkte in der Größe oder Menge sinken, während die Preise unverändert bleiben. Der Begriff setzt sich zusammen aus „shrink“ (schrumpfen) und „inflation“ (Inflation), was einen Gegensatz zur üblichen wirtschaftlichen Inflation darstellt, bei der die Preise ansteigen. Ein Beispiel für Shrinkflation ist die Reduktion einer Toblerone von 200 Gramm auf 150 Gramm, während der Preis gleich bleibt. Die Hersteller nutzen diese Strategie, um steigenden Produktionskosten zu begegnen, ohne weniger verkaufen zu müssen, was in wirtschaftlich unsicheren Zeiten besonders relevant ist, wie auch Britannica erklärt.

Die Kritik an Shrinkflation bezieht sich nicht nur auf die erhöhten Kosten für Verbraucher, sondern auch auf die damit verbundenen negativen Auswirkungen, wie Verpackungsabfall und mögliche Qualitätsverluste bei den Produkten. Verbraucher bemerken oft nicht, dass sie für weniger Inhalt denselben Preis zahlen, was langfristig zu einer Entwertung von Geld und Produkten führt.

Politische Reaktionen und Strafhöhen

Die SPÖ plant, sich an internationalen Vorbildern zu orientieren, um die Strafen zu erhöhen. In Deutschland können Verstöße gegen Shrinkflation bis zu 25.000 Euro kosten, in Frankreich bis zu 15.000 Euro pro Fall. Im Vergleich dazu besitzen österreichische Handelskonzerne, die im Vorjahr rund 500 Millionen Euro für Werbung ausgaben, durch die aktuellen Strafen keinen ernsthaften Anreiz, ihre Praktiken zu ändern. Bei einer durchschnittlichen Strafe von 500 Euro pro Sekunde könnte die Gesamtstrafe für 200 Fälle im Oktober auf 100.000 Euro ansteigen – eine Summe, die im Verhältnis zu den Umsätzen der großen Einzelhändler kaum eine Rolle spielt.

Die Vorschläge der SPÖ beinhalten ein differenzierteres Strafsystem, das Großunternehmen und kleinere Betriebe unterschiedlich behandelt. Derzeit wird das Thema Shrinkflation auch in anderen Ländern wie den USA, wo gesetzliche Maßnahmen diskutiert werden, um die Transparenz in Bezug auf Preis- und Größenänderungen zu fördern, intensiv verfolgt. Laut der U.S. Bureau of Labor Statistics hat die Shrinkflation jedoch nur einen minimalen Effekt auf die allgemeine Inflation, was die Debatte über die Notwendigkeit solch legislativer Maßnahmen anheizt.