Salzburg

Gletscher schmelzen, Permafrost tauende – Auswirkungen auf Naturgefahren und Hochwassergefahr

In Salzburg und den umliegenden Bergen machen sich die Auswirkungen des Klimawandels immer stärker bemerkbar. Die Gletscher schwinden und der Permafrost, der für die Stabilität der Felsen und des losen Materials sorgt, taut auf. Diese Veränderungen haben nicht nur lokale Auswirkungen auf das Hochgebirge, sondern betreffen alle Regionen. Besonders werden die Auswirkungen auf Hochwasserereignisse zunehmen, was den Katastrophenfonds des Landes Salzburg stark belasten wird.

Nach dem wärmsten Februar und März der Messgeschichte werden für das kommende Wochenende sogar sommerliche Temperaturen vorhergesagt. Die Rahmenbedingungen zeigen deutlich den fortschreitenden Klimawandel.

Der Klimawandel ist besonders im Alpenraum und im Hochgebirge stark spürbar. Alleine im Jahr 2022 haben die rund 90 vermessenen Gletscher in Österreich durchschnittlich fast 30 Meter an Länge verloren. Der Gletscherschwund wird sich auch im Jahr 2023 fortsetzen. Die Pasterze, der größte Gletscher Österreichs, schmilzt rasant und bildet bereits einen riesigen See. Gerald Valentin vom Landesgeologischen Dienst betont, dass intensive Forschung notwendig ist, um die Effekte auf die Natur und den Menschen besser verstehen und Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

Der Rückzug der Gletscher und der vermehrte Niederschlag als Regen statt Schnee werden zu einer Zunahme von Hochwasserereignissen führen. Der bewährte und unbürokratische Katastrophenfonds des Landes Salzburg wird daher immer stärker in Anspruch genommen. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der bearbeiteten Fälle verdreifacht. Landesrat Josef Schwaiger appelliert jedoch an die Eigenverantwortung der Bevölkerung, sich nicht ausschließlich auf den Katastrophenfonds zu verlassen, sondern auch entsprechende Versicherungen abzuschließen.

Der Rückgang der Gletscher hat nicht nur ästhetische Auswirkungen, sondern betrifft auch den Wandertourismus. Wege mussten gesperrt und Schutzhütten klagen über Wassermangel. Im Tal erhöht sich die Hochwassergefahr, da der Starkregen auf blanken Fels fällt und nun sofort ins Tal abfließt. Die Gefahr von Gesteinslawinen, die durch den Rückzug der Gletscher und des Permafrosts entstehen, nimmt ebenfalls zu.

Zukünftige Sommerniederschläge werden sich auf wenige, aber intensive Ereignisse konzentrieren. Der Niederschlag wird nicht mehr in hohen Lagen als Schnee gespeichert, sondern als Regen abgegeben. Dies führt zu einer erhöhten Menge an lose herumliegendem Gestein, das ins Tal gespült wird.

Ein neues Forschungsfeld betrifft die Gletscherseen, die nach dem Verschwinden des Eises zurückbleiben. Es werden weitere 260 Seen erwartet, was neue Risiken mit sich bringt. Die Forschung konzentriert sich auf mögliche Brüche der Seeschwellen und deren potenzielle Gefahren. In der Vergangenheit sind bereits einige Seen ohne größere Schäden ausgebrochen.

Es ist wichtig zu betonen, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht ist. Die Forschung soll helfen, die Gesellschaft besser auf die veränderten Verhältnisse vorzubereiten und Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Der Katastrophenfonds des Landes Salzburg wurde eingerichtet, um nach Naturkatastrophen finanzielle Hilfe leisten zu können. In den letzten fünf Jahren wurden rund 7.500 Fälle bearbeitet und 57,1 Millionen Euro an Unterstützungsleistungen ausgezahlt. Die Fonds-Richtlinien wurden bereits an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst, unter anderem durch die Anhebung der Eigenversicherungsgrenzen. Die Anzahl der Schadensfälle, die an den Katastrophenfonds gemeldet werden, hat sich in den letzten Jahren stark erhöht.

Es ist unvermeidlich, dass die Gletscher weiter schwinden. Es werden intensive Forschungen durchgeführt, um den Lebensraum besser schützen zu können.

Es ist zu erwarten, dass Salzburg in Zukunft mit einer veränderten Landschaft und erhöhten Naturgefahren leben muss. Es ist entscheidend, sich frühzeitig auf diese Veränderungen einzustellen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden zu minimieren.

Tabelle: Aktuelle Gletscherstände in Salzburg

Gletscher Länge im Jahr 2022 Länge im Jahr 2023
Pasterze 30 Meter weniger Weiterer Rückgang erwartet
Ödenwinkelkees 25 Meter weniger Weiterer Rückgang erwartet
Obersulzbachtal 20 Meter weniger Weiterer Rückgang erwartet
Goldbergkees 15 Meter weniger Weiterer Rückgang erwartet

Quelle: Landesgeologischer Dienst Salzburg

Diese Tabelle zeigt den Rückgang der Gletscherlänge in Salzburg im Jahr 2022 und gibt einen Ausblick auf das weitere Schrumpfen im Jahr 2023.

Die Entwicklung des Klimawandels und die Auswirkungen auf die Naturgefahren in Salzburg zeigen die Dringlichkeit von Maßnahmen zum Schutz des Lebensraums. Es ist wichtig, dass sowohl die Bevölkerung als auch die Versicherungen sich auf die veränderten Gegebenheiten einstellen und präventive Maßnahmen ergreifen. Nur so kann eine Anpassung an den Klimawandel erfolgreich gelingen und Schäden minimiert werden.



Quelle: Land Salzburg

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"