Am 12. Jänner 2026 kam es in Mattsee, Salzburg, zu einem tragischen Vorfall, bei dem ein 70-jähriger Mann seine 67-jährige Ex-Partnerin mit einem Messer verletzte. Der Streit zwischen den beiden eskalierte, und während der Auseinandersetzung zog der Mann das Messer, was zu schweren Verletzungen bei der Frau führte. Diese wurde umgehend ins Universitätsklinikum Salzburg gebracht, während der Täter noch vor Ort von der Polizei festgenommen wurde. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde er in die Justizanstalt Salzburg überstellt. Das Landeskriminalamt hat die Spurensicherung sowie die weiteren Ermittlungen übernommen, um die Hintergründe des Vorfalls zu klären. Dies ist ein weiteres alarmierendes Beispiel für die steigende Gewalt gegen Frauen in Österreich, worauf 5min.at aufmerksam macht.
Der Vorfall in Mattsee ist Teil eines besorgniserregenden Trends, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat. Laut der Veröffentlichung der Bundeslagebilder „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ und „Häusliche Gewalt“ für das Jahr 2024 hat sich die Zahl der weiblichen Opfer von Gewaltdelikten in der Polizeilichen Kriminalstatistik erhöht. Mit 53.451 Fällen von Sexualdelikten im Jahr 2024 ist ein Anstieg um 2,1 % im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Knapp die Hälfte der Betroffenen war minderjährig. Die häufigsten Tatbestände sind sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Diese Zahlen, berichtet bmbfsfj.bund.de, zeichnen ein düsteres Bild der aktuellen Sicherheitslage für Frauen.
Häusliche Gewalt – ein alarmierendes Phänomen
Die Statistik zur häuslichen Gewalt führt zu weiteren besorgniserregenden Erkenntnissen: Im Jahr 2024 wurden insgesamt 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, wobei 70,4 % der Betroffenen Frauen waren. Von den 171.069 Opfern von Partnerschaftsgewalt stellten 80 % Frauen dar, und 77,7 % der Tatverdächtigen waren Männer. Diese Entwicklung ist besonders alarmierend, da der Anstieg der Opfer von Partnerschaftsgewalt um 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr dokumentiert wurde. bka.de berichtet zudem, dass 80 % der Tatorte in Wohnungen oder Häusern stattfanden, was auf die Intimität und Nähe hinweist, in der diese Gewalttaten häufig geschehen.
Die Dunkelziffer der Fälle häuslicher Gewalt ist extrem hoch, da nur unter 10 % der Betroffenen Anzeige erstatten. Bei Partnerschaftsgewalt liegt die Anzeigequote sogar unter 5 %. Der hohe Anteil an ungemeldeten Fällen spricht für ein großes gesellschaftliches Tabu und die Angst der Opfer, sich zu offenbaren oder Hilfe zu suchen. Die Studie LeSuBiA zeigt auf, dass viele Gewalterfahrungen nicht angezeigt werden, oft aus Scham oder aus Furcht vor den Tätern. Diese zeigt auch, dass jedes vierte Opfer von Partnerschaftsgewalt mehrfach betroffen war.
Die Notwendigkeit von Hilfsangeboten
Die dramatischen Zahlen führen zur dringenden Notwendigkeit von Hilfsangeboten und Schutzmaßnahmen für die Betroffenen. In Deutschland gibt es wichtige Anlaufstellen wie das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016, die Männerhilfetelefon unter 0800 1239900 und weitere Beratungsangebote. Diese Initiativen sind entscheidend, um Opfern von Gewalt Unterstützung zu bieten und sie zu ermutigen, sich aus gewalttätigen Beziehungen zu befreien.