Salzburg

Fischotter bedroht Fischzucht in Salzburg – Landeshauptmann-Stellvertreterin besucht betroffene Gebiete

Der Fischotter bedroht die Zuchtanlagen und den Fischbestand in Salzburg

Seit den 1990er Jahren hat sich der Fischotter im österreichischen Bundesland Salzburg sowohl in den alpinen Lagen als auch im Alpenvorland gut ausgebreitet. Der Fischotter verursacht erhebliche Schäden in Zuchtanlagen wie der des Fischereivereins Hallein und erfordert einen unverhältnismäßigen Aufwand, um diese vor dem Wasserraubtier zu schützen. Die Landeshauptmann-Stellvertreterin Marlene Svazek hat sich persönlich von der angespannten Situation ein Bild gemacht.

Der Fischotter hat in den letzten Jahren die Zuchtanlage Gamperlacke in Hallein nahezu ausgerottet, einschließlich der gefährdeten heimischen Äsche, die dort nachgezüchtet wurde. Dies ist nicht nur ein lokales Problem, da der Otter mittlerweile im gesamten Bundesland weit verbreitet ist und nicht jedes Gewässer mit enormem Aufwand geschützt werden kann. Um diesen Schutz des Fischbestandes zu gewährleisten, wird derzeit an einer dauerhaften Lösung gearbeitet, einschließlich der Erweiterung der Maßnahmengebietsverordnung.

Laut einer Studie der Universität Graz im Jahr 2021 hat sich der Fischotterbestand in Salzburg von 2016 bis zur letzten Zählung 2021 auf 261 Tiere verdoppelt. Das Raubtier gefährdet nicht nur Zuchtfische, sondern auch gefährdete heimische Fischarten. Die Natur- und Artenschutzvorschriften der Europäischen Union erschweren jedoch den Einsatz von Zäunen als Lösung für das Fischotterproblem.

Der Fischereiverein Hallein musste die Äschenzucht einstellen, da der Otter die Äschen nach und nach getötet hat. Die Errichtung von Zäunen für den Schutz der Zuchtanlagen wäre für den Verein nicht finanzierbar. Um die Forellenzucht zu schützen, hat der Fischereiverein in Eigenleistung einen rund einen Kilometer langen Wildzaun errichtet, der jedoch hohe Kosten verursachte.

Der Fischotter bedroht nicht nur die Fische in Fließgewässern, sondern auch in Teichen, Zuchtbetrieben und Aquakulturen. Der finanzielle Aufwand für den Schutz ist oft nicht darstellbar. Ein ausgewogenes Bestandsmanagement ist daher notwendig, um die ökologische Vielfalt der heimischen Gewässer zu erhalten. Die Landeshauptmann-Stellvertreterin Marlene Svazek schlägt vor, den Otter in der anstehenden Erneuerung der Maßnahmengebietsverordnung zu berücksichtigen.

Insgesamt ist der Fischotter eine Bedrohung für die Fischzucht und den Fischbestand in Salzburg. Es ist entscheidend, eine nachhaltige Lösung zu finden, um den Fischotter zu kontrollieren und die ökologische Vielfalt der Gewässer zu schützen.

Tabelle: Anzahl der Fischotter in Salzburg von 2009 bis 2021
- 2009: 27 Tiere
- 2016: 132 Tiere
- 2021: 261 Tiere

Quelle: Universität Graz, Studie 2021



Quelle: Land Salzburg

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