Die Luftfahrtbranche steht vor erheblichen Herausforderungen, da die Kerosinpreise zuletzt massiv gestiegen sind. Laut 5min.at könnte dies den Sommerreiseverkehr bei Ryanair stark beeinträchtigen. Marcel Pouchain Meyer, Manager bei Ryanair, äußerte seine Besorgnis über die aktuelle Marktentwicklung und erläuterte, dass das Unternehmen etwa 80% seines benötigten Treibstoffs bis Ende März 2027 durch Preisabsicherungen zu einem Fixpreis gesichert hat. Dennoch bleibt ein Unsicherheitsfaktor von 20% in Bezug auf die Treibstoffversorgung, was auch Flugstornierungen und kurzfristige Preiserhöhungen zur Folge haben könnte.

An einigen Flughäfen in Italien wurden bereits Engpässe bei der Kerosinversorgung gemeldet. Um auf die Marktveränderungen zu reagieren, empfiehlt Ryanair seinen Kunden, Flugtickets möglichst frühzeitig zu buchen, um mögliche Preiserhöhungen im Juni und Juli zu vermeiden.

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Globale Kerosinpreise unter Druck

Den Ursachen für den Anstieg der Kerosinpreise liegt eine internationale Krise zugrunde. Die Konflikte im Nahen Osten, insbesondere der US-israelische Krieg gegen den Iran, haben die globalen Kerosinmärkte in eine Versorgungskrise stürzt. Laut airliners.de fehlen rund 20% des weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots aufgrund Unterbrechungen im Tankerverkehr durch die Straße von Hormus. Innerhalb weniger Tage stiegen die Kerosinpreise von etwa 85-90 Dollar auf 150-200 Dollar je Barrel.

Treibstoffkosten machen bis zu 25% der Betriebskosten von Airlines aus. Airlines reagieren auf diesen Druck mit verschiedenen Maßnahmen. Dazu gehören Ticketpreiserhöhungen, Kerosinzuschläge und die Streichung von Flügen. Air France-KLM hat beispielsweise die Preise für Langstreckenflüge um 50 Euro je Hin- und Rückflug erhöht, während Air New Zealand Preisaufschläge auf Inlands- und Kurzstreckenflügen einführt.

Regionale Auswirkungen und Unsicherheiten

Besonders hart trifft es afrikanische Airlines, die bereits 30-40% ihrer Betriebskosten für Kerosin aufwenden. Engpässe an Küstenflughäfen in Südafrika führen zu Preissteigerungen von bis zu 70%. Während Südafrika noch Reserven für etwa drei bis vier Wochen hat, ist die Situation in anderen Ländern wie Sambia wesentlich kritischer, wo nur noch Treibstoff für zehn Tage vorhanden ist.

In Nordwesteuropa stiegen die Kerosinpreise auf knapp 239 Dollar je Barrel, in Asien erreichen sie annähernd 200 Dollar. Die Golfstaaten exportierten im Februar rund 475.000 Barrel Kerosin täglich, wobei ein Großteil dieser Exporte durch die Straße von Hormus läuft. Während Europa nur etwa 20% der globalen Kerosin-Nachfrage deckt, hat China die Exporte von Diesel, Benzin und Kerosin bis mindestens Ende März untersagt, was die bereits angespannte Situation noch weiter verschärfen könnte.