In Russland wird die Ausbildung von Kindern in militärischen Fertigkeiten aktiv vorangetrieben. Russische Kindergärten bieten mittlerweile Unterrichtseinheiten zur Drohnensteuerung an, um die Jüngsten bereits frühzeitig für einen möglichen Dienst in den neu gegründeten „Unmanned Systems Forces“ (USF) zu interessieren. Diese Spezialeinheit wurde im November 2022 ins Leben gerufen und zieht insbesondere bei Kindern und Jugendlichen Aufmerksamkeit auf sich, was durch die Rekrutierungskampagnen in Schulen und Kindergärten unterstützt wird. So berichtet die Krone, dass Kinder schon früh für die vermeintlichen Herausforderungen im militärischen Bereich begeistert werden sollen.
Ein profanes Ziel hinter dieser Bildungsoffensive ist es, Kinder auf ein Bild des „Feindes“ vorzubereiten, das ihnen vermittelt, dass sie gegen die in der Ukraine lebenden „Nazis“ kämpfen müssen. In verschiedenen Kindergärten wurden bereits zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, bei denen Soldaten aus erster Hand von ihren Erlebnissen berichteten. Ein Beispiel ist die Enthusiastische Reaktion von Kindern in einem Kindergarten in Rodniki, Oblast Iwanowo, wo ein Vater über seine Erlebnisse in den Drohnenstreitkräften sprach und viele Kinder interessiert Fragen stellten.
Militärische Bildung im Schulunterricht
Zusätzlich zu den Aktivitäten in den Kindergärten werden auch Schulen in diesen Prozess einbezogen. Ein neues Schulfach mit dem Namen „Grundlagen der Sicherheit und des Schutzes des Heimatlandes“ wurde eingeführt, welches teilweise vom Verteidigungsministerium des Landes gestaltet wurde. Schüler lernen dort nicht nur den Umgang mit Drohnen, sondern auch mit Kampfdrohnen und Maschinengewehren. Diese Entwicklung wird von Pädagogen wie Dima Sizer als gefährlich angesehen, da sie militärische Ausbildung in Schulen wieder verankert, ähnlich wie zu Zeiten der Sowjetunion.
Die Notwendigkeit einer solchen Ausbildung könnte laut einigen Berichten durch die Entlassung von über 193.000 Lehrern bis 2023 unterstrichen werden, was fast 14% der Lehrerschaft ausmacht. In dieser angespannten Situation haben Lehrer und Schüler begonnen, sich gegenseitig zu denunzieren, während die Propaganda und kriegsbezogenen Darstellungen omnipräsent sind. Ein neue Perspektive auf die militärische Ausbildung bietet sich in Litauen, wo Schüler erstmals Unterricht zum Fliegen von Drohnen erhalten, um das technische Wissen ohne eine militärische Indoktrinierung zu fördern. Laut Spiegel erfahren diese Schüler eine andere Art von Bildung, die auf Technologien zielt und nicht auf militärische Aggression.
Das Zusammenspiel dieser Bildungsstrategien in Russland zeigt eine besorgniserregende Tendenz hin zu einer verstärkten Militarisierung der Erziehung, während in anderen Ländern Ansätze von technischer Bildung und innovativen Lernmethoden verfolgt werden. Der Unterschied in der Herangehensweise beleuchtet nicht nur die politischen Strömungen innerhalb der jeweiligen Länder, sondern auch die Werte, die sie an die zukünftigen Generationen weitergeben.



