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Ein besorgniserregender Trend zeichnet sich in Österreich ab: Die Geburtenrate sinkt weiterhin. So hat Oberösterreich einen Rückgang von 0,3 Prozent verzeichnet, während im Burgenland mit einem dramatischen Minus von 5,7 Prozent die meisten Geburten weggebrochen sind. Auch in Salzburg und der Steiermark sind Rückgänge von 5,3 und 4,5 Prozent zu beobachten. Lediglich Wien konnte mit einem Anstieg von 4,7 Prozent entgegenwirken, wie destatis.de berichtet. Im Durchschnitt bekommt eine Frau in Österreich nur noch 1,3 Kinder – eine alarmierende Statistik, die bestätigt, dass jährlich mehr Menschen sterben, als geboren werden. Diese Entwicklung hat gravierende Folgen für die Altersstruktur der Bevölkerung, die zunehmend älter wird.
Ursachen für den Rückgang
Statistik Austria weist darauf hin, dass mehrere Faktoren zu dieser Besorgnis erregenden Entwicklung führen. Regina Fuchs erklärt, dass die Unsicherheiten während und nach der Corona-Pandemie und durch die Inflation sowie den Ukraine-Krieg erheblichen Einfluss auf die Familienplanung haben. Zudem macht Psychotherapeutin Heidrun Eichberger-Heckmann deutlich, dass immer mehr Menschen in einer egoistischeren Zeit leben, in der persönliche Selbstoptimierung vor dem Zusammenhalt in Gemeinschaften steht. „Man achtet nicht mehr auf den Zusammenhalt in Gemeinschaften, sondern man ist mehr auf einem Egotrip“, führt sie weiter aus.
Diese Veränderungen spiegeln sich auch in der Ehe- und Scheidungsstatistik wider: Im vergangenen Jahr wurden in Oberösterreich rund 7.800 Ehen geschlossen – ein Rückgang von 1,4 Prozent. Gleichzeitig sind die Scheidungen ebenfalls um 4,4 Prozent auf über 2.200 gefallen, so dass den aktuellen Trends zufolge weniger Paare sich für eine lebenslange Bindung entscheiden. Diese Tendenzen zeigen, dass die traditionellen Familienstrukturen und -werte im Wandel sind, was als weiterer Indikator für die Herausforderungen der Familiengründung und -planung gewertet werden kann, wie ooe.orf.at berichtet.
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