Im Februar 2023 wurde in Österreich ein bemerkenswerter Rückgang der Asylanträge verzeichnet. Laut Informationen von Kleine Zeitung wurden im Februar lediglich 850 Asylanträge eingereicht. Dies stellt einen Rückgang von 41 Prozent im Vergleich zum Februar 2022 dar. Insgesamt gab es in diesem Jahr bis zu diesem Zeitpunkt knapp 1.800 Asylanträge, wovon 768 von neu eingereisten Personen stammten. Die Mehrheit der Anträge betrifft nachgeborene Kinder von bereits in Österreich befindlichen Flüchtlingen.
Angesichts der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten, insbesondere in Syrien, könnte man annehmen, dass die Zahlen saturierter Asylsysteme ansteigen würden. Interessanterweise stellt die Eskalation in der Region bislang keinen Einfluss auf das österreichische Asylsystem dar. Laut demselben Bericht sind 67 Asylanträge von Iranern und zwei von Libanesen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2023 eingegangen. Die überwiegende Mehrheit der Asylanträge kam von syrischen Staatsangehörigen, wobei 468 Anträge eingereicht wurden, von denen 387 nicht originär waren.
Rückkehr von Syrern
Die Situation in Syrien hat zudem zu einer signifikanten Rückkehr syrischer Flüchtlinge in ihr Heimatland geführt. Seit dem Machtwechsel in Damaskus sind über 1.000 Syrer freiwillig in ihr Land zurückgekehrt. Allerdings verließen in den Jahren 2023 und 2024 lediglich 200 Syrer Österreich, um in ihre Heimat zurückzukehren. Die Anerkennungsquote für syrische Asylanträge lag 2023 bei lediglich 25 Prozent. Zum Vergleich: 68 Prozent der Afghanen und 56 Prozent der Iraner erhielten Asyl, was die ungleiche Behandlung von Asylsuchenden in Österreich unterstreicht.
Die Bedeutung dieser Zahlen wird durch die Herausforderungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Deutschland verstärkt. Wie Pro Asyl berichtet, hat das BAMF nach einem Entscheidungsstopp seit September 2025 wieder mit der Bearbeitung von Asylanträgen für syrische Staatsangehörige begonnen. Immerhin erhielten syrische Asylsuchende zuvor meist subsidiären Schutz aufgrund der ernsthaften Gefahr von Folter und unmenschlicher Behandlung. Dieser Schutzstatus wird derzeit jedoch vereinzelt gewährt, wobei insbesondere alleinreisende, gesunde Männer mit steigender Wahrscheinlichkeit an Ablehnungen ihrer Anträge stoßen.
Auswirkungen auf die Grundversorgung
Der Rückgang der Asylzahlen hat zudem zu einer Entspannung in der Asylgrundversorgung geführt. Aktuell werden nur noch 8.600 Asylwerber betreut, was den niedrigsten Wert seit 20 Jahren darstellt. Insgesamt sind derzeit 51.100 Personen in der Grundversorgung, eine Zahl, die zwar hoch ist, jedoch stetig abnimmt. Im Vergleich dazu waren es Anfang 2023 noch über 52.800 Personen.
Die Asylstatistik zeigt, dass Österreich im Jahr 2024 mit einem weiteren Rückgang der Asylanträge zu kämpfen hat. Laut Zahlen von Migration Infografik wurden 2024 insgesamt 25.360 Asylanträge gestellt, ein Rückgang im Vergleich zu 59.232 Anträgen im Jahr 2023. Von den Antragstellern kamen 22.254 Anträge im Rahmen von Erstanträgen, 30 Prozent davon im Zusammenhang mit Familiennachzug. Die wechselnde Zusammensetzung der Antragsteller spiegelt sich auch in den positiven Asylentscheidungen wider: 73 Prozent der positiven Bescheide betrafen syrische Staatsangehörige.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklung ist es zu erwarten, dass sich die Asylsituation in Österreich weiterhin verändern wird. Die Unsicherheiten in der Region und die unterschiedlich hohen Anerkennungsquoten veranlassen viele Menschen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und möglicherweise andere Länder aufzusuchen. Dies könnte auch Auswirkungen auf die zukünftige Integrationspolitik in Österreich haben.

