Am 25. Februar 2026 blickte das Rote Kreuz Niederösterreich auf ein Jahr 2025, das durch 2.549 Einsätze pro Tag geprägt war. Bei der Bilanzpressekonferenz in der Bezirksstelle des Roten Kreuzes in St. Pölten nahmen unter anderem die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Landesrätin Eva Prischl und Rotkreuz NÖ Präsident Hans Ebner teil. Der Rückblick fiel in einem Jahr ohne größere Katastrophen nach den Hochwässern von 2024 besonders positiv aus.
Insgesamt wurden im Jahr 2025 rund 864.816 Menschen durch das Rote Kreuz betreut und transportiert. Im Zuge dieser Ereignisse erhielt die Organisation seitens des Landes Niederösterreich eine Unterstützung in Höhe von 1,5 Millionen Euro für Neubauten sowie Renovierungen von Rot-Kreuz-Häusern. Zusätzlich wurde ein nachträglicher finanzieller Zuschuss von 63 Millionen Euro bereitgestellt, um die nachhaltige Absicherung des Rettungswesens zu gewährleisten.
Ehrenamtliche Unterstützung und ihre Bedeutung
Der Erfolg und die Leistungsfähigkeit des Roten Kreuzes basieren maßgeblich auf dem Engagement von Freiwilligen. Im Jahr 2025 waren 19.175 Ehrenamtliche beim Roten Kreuz in Niederösterreich aktiv, das sind 454 mehr als im Vorjahr. Diese engagierten Helfer leisteten insgesamt über 5 Millionen Stunden im Rettungs- und Krankentransportdienst. Die Organisation ist damit eine tragende Säule im bundesweiten Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, wie auch die Johanniter in ihrer Ausrichtung schaffen. Sie vermitteln humanitäre Werte und unterstützen Menschen in Krisen und Katastrophen weltweit, was auf das unabdingbare ehrenamtliche Engagement hinweist.
Die Johanniter betonen die Notwendigkeit, Menschen für die Unterstützung von Großveranstaltungen, medizinischer Erstversorgung und Katastrophenhilfe zu gewinnen. Es werden ehrenamtliche Unterstützer in zahlreichen Fachrichtungen gesucht, beispielsweise für Logistik, Kommunikation und erste Hilfe, was die Vielfalt der Möglichkeiten verdeutlicht, wie man sich engagieren kann.
Ausbildung und zukünftige Herausforderungen
Eine fundierte Ausbildung ist ebenfalls entscheidend. Im Jahr 2025 waren 2.432 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter im Einsatz, von denen 1.512 über zusätzliche Kompetenzen verfügten. Angesichts der demografischen Veränderungen in Niederösterreich, wo bis 2040 die Zahl der über 65-Jährigen auf rund eine halbe Million steigen soll, wird die Neuausrichtung und Stärkung des Rettungs- und Notfallsystems immer wichtiger.
Die Studie „Engagement im Ernstfall“, die im Auftrag des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) durchgeführt wurde, hebt hervor, dass in Deutschland 1,76 Millionen Ehrenamtliche im Zivil- und Katastrophenschutz aktiv sind. Diese Engagementquote von rund drei Prozent bleibt seit 1999 stabil. Jedoch zeigen knapp ein Drittel der befragten Organisationen, dass sie nicht über ausreichend Mitglieder verfügen, um gestiegene Anforderungen bewältigen zu können. Dies weist auf die Dringlichkeit hin, das Ehrenamt nachhaltig zu fördern und zu stärken.
In einem sich verändernden Klima, das häufigere Extremwetterereignisse hervorruft, ist die Notwendigkeit von ehrenamtlichen Einsatzkräften höher denn je. Die Herausforderungen sind vielfältig, und der Bedarf an gut ausgebildeten Helfern wird in Zukunft nur zunehmen.
Das Rote Kreuz und andere Organisationen wie die Johanniter rufen dazu auf, sich ehrenamtlich zu engagieren und betonen die positive Wirkung, die dies auf die Gemeinschaft hat. Die BBK-Kampagne „Egal was du kannst, du kannst helfen“ zielt darauf ab, auch unterrepräsentierte Gruppen für dieses wichtige Engagement zu gewinnen. Dabei werden die verschiedenen Möglichkeiten der Unterstützung, sowohl lokal als auch international, als wertvoller Beitrag zur Gesellschaft hervorgehoben.