Roberto Blanco, die Schlagerlegende, hat sich entschieden, aus den Formaten der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF auszutreten. Der 88-Jährige erklärt, dass er für seine Auftritte nur noch eine Aufwandspauschale von 500 Euro erhält. Diese drastische Reduzierung im Vergleich zu früheren Gagen von 3.000 D-Mark und später 3.000 Euro zuzüglich Hotel ist für Blanco untragbar. In einem Podcast namens „Die Gruaberin“ äußert er seine Empörung über den Wandel in der Wertschätzung und Bezahlung von Künstlern. Blanco zieht die Konsequenz: „Warum soll ich das nach so vielen Jahren machen? Dann sage ich weiter: ‚Ohne mich!‘“, berichtet oe24.
Die Moderation von Programmen wie „ZDF-Fernsehgarten“ oder „Immer wieder sonntags“ ist für Blanco passé. Er kritisiert, dass die Sender ihre Strategie geändert haben und große Stars wie ihn anscheinend nur in der Anfangsphase ihrer Karriere einsetzen, um Zuschauer zu gewinnen. Auch seine Kollegen, darunter der verstorbene Tony Marshall, teilen ähnliche Erfahrungen, was die Wertschätzung der Sender gegenüber erfahrenen Künstlern angeht. Blanco betont, dass die Bezahlung von Künstlern erheblich gesenkt wurde und ihm stattdessen nur noch eine Aufwandsentschädigung angeboten wird, was ihm unverständlich erscheint.
Unterstützung durch Kollegen
Blanco erhält Rückendeckung von Moderatorin Monika Gruber, die ebenfalls den Umgang der Sender mit Musiklegenden kritisiert. Sie bemängelt den Mangel an Respekt für die Lebenswerke dieser Künstler. Die Veränderungen in der Bezahlung stehen im Kontext der wachsenden Popularität von Schlagersendungen, was für viele Künstler zu einem Abfall in der Wertschätzung und Entlohnung führt. Trotz dieser negativen Erfahrungen blickt Blanco dankbar auf „die beste Zeit vom Showbusiness“ in Deutschland, der Schweiz und Österreich zurück.
Der Ruf nach fairer Bezahlung
Das Thema der fairen Bezahlung von Kulturschaffenden zieht sich durch die gesamte Branche. Laut dem NDRfordern verschiedene Parteien im Laufe der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 unterschiedliche Anregungen zur Verbesserung der finanziellen Situation von Künstlern. Besonders die Grünen und die SPD setzen sich für Mindesthonorare ein, während die FDP Bürokratieabbau für Kulturschaffende verlangt. Die Diskussion um angemessene Bezahlung ist aktueller denn je und wird von vielen Künstlern und Kulturschaffenden mit großen Hoffnungen verfolgt.
In der aktuellen Situation müssen sich viele Künstler wie Roberto Blanco einer Realität stellen, in der ihre Verdienste nicht dem entsprechen, was sie über Jahre aufgebaut haben. Die Frage bleibt, ob sich an dieser unhaltbaren Lage bald etwas ändern wird.



