Die Generalversammlung des Osttiroler Regionsmanagements (RMO) fand am 18. März im Saal der Lienzer Sparkasse statt. Bürgermeister und institutionelle Träger waren anwesend, um über die Bilanzierung von Fördermitteln zu diskutieren und künftige Perspektiven aufzuzeigen. Das RMO spielt eine zentrale Rolle als Drehscheibe für Fördermittel, welche aus verschiedenen Quellen nach Osttirol fließen, und hat sich in den letzten Jahren als wichtiger Akteur in der regionalen Entwicklungslandschaft etabliert.
Als Projektabwickler kümmert sich das Kernteam des RMO um Richtlinien und Antragsroutinen für Fördermittel, insbesondere aus EU-Programmen wie Leader und Interreg. Im Jahresbericht für 2025 wird das Potenzial der professionellen Beurteilung und Beratung von Projekten eindrucksvoll aufgezeigt, was die Arbeit des RMO besonders wertvoll macht.
Neues Fördervolumen und regionale Programme
Die Versammlung wurde unter der Leitung von Obmann Dietmar Ruggenthaler und Geschäftsführer Philipp Schlemmer zügig durchgeführt. Ein neues regionalwirtschaftliches Programm wurde genehmigt, das ein größeres Fördervolumen als in den Vorjahren aufweist. Besonders hervorzuheben ist ein 20-Millionen-Euro-Paket, das aus der Natura-2000-Förderung stammt und bereits auf großes Interesse gestoßen ist. Die finale Bewilligung durch den Landtag wird als Formsache betrachtet; bereits im Juli 2026 sollen die ersten zwei Millionen Euro an Projektwerber ausgezahlt werden.
Martin Traxl, der das Land vertrat, betonte die Bedeutung einer integrierten Entwicklung für Tirol. Das RMO-Team besteht aus sieben Mitgliedern und hat ein Jahresbudget von rund 900.000 Euro, von dem mehr als zwei Drittel aus EU- und Landesförderungen kommen. Auch finanzielle Beiträge von Gemeinden, Kammern, Banken, OIG und TVBO unterstützen die Aktivitäten des RMO erheblich. Der Jahresbericht 2025 gibt detaillierte Einblicke in laufende Projekte und die Verteilung der Fördermittel.
Förderprogramme und europäische Zusammenarbeit
Ein bemerkenswertes EU-Förderprogramm ist Dolomiti Live, das nachhaltige Entwicklung im Grenzgebiet zwischen Italien und Österreich anstrebt. Es umfasst 99 Gemeinden in Osttirol, Südtiroler Pustertal und Alto Bellunese und hat eine Gesamtbevölkerung von etwa 193.262 Einwohnern. Das Programm legt den Fokus auf grenzüberschreitende Lösungen für aktuelle Herausforderungen und fördert einen bottom-up Ansatz, bei dem lokale Akteure Strategien und Projekte entwickeln.
Die Unterstützung bei der Projekteinreichung und der Partnersuche ist eine wichtige Funktion des RMO. Bei Bedarf wird auch Hilfe beim Überwinden von Sprachbarrieren angeboten, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern.
Fahrradtourismus und Infrastrukturmaßnahmen
In einer Zeit steigender Nachfrage nach Fahrradreisen und den damit verbundenen Dienstleistungen wurde festgestellt, dass in der Region Verbesserungsbedarf besteht. Mängel bei einigen Fahrradwegen betreffen insbesondere die Verpflegungsangebote, Fahrraddepots, öffentliche Toiletten und Ladestationen für E-Bikes. Auf Initiative der Gemeinde Longarone, des Tourismusvereins Niederdorf und des Tourismusverbands Osttirol sind konkrete Maßnahmen geplant, um diese Lücken zu schließen.
Zu den anvisierten Maßnahmen zählt die Errichtung einer WC-Anlage und eines Rastplatzes am Drauradweg sowie eine grenzüberschreitende Informationsveranstaltung für fahrradfreundliche Betriebe. Der Fokus liegt darauf, den Fahrradtourismus nachhaltig zu fördern und die touristische Infrastruktur weiter auszubauen.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Osttiroler Regionsmanagement durch die Initiierung zahlreicher Projekte und Programme einen bedeutenden Beitrag zur regionalen Entwicklung leistet. Integrierte Ansätze und die aktive Einbindung der Bevölkerung werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, um die Region weiter voranzubringen.



