Knapp drei Monate vor der FIS-Präsidentenwahl am 10. und 11. Juni in Belgrad gibt es erhebliche Unruhe im Ski-Weltverband. Johan Eliasch, der seit seiner Wahl am 4. Juni 2021 Präsident der FIS ist, sieht sich mit großen Herausforderungen konfrontiert. Wie oe24 berichtet, hat der britische Skiverband GB Snowsport Eliasch nicht für die kommende Wahl nominiert. Stattdessen wurde Victoria Gosling, die einen umfassenden Bewerbungsprozess durchlaufen hat, als Kandidatin ins Rennen geschickt.

Die Hintergründe dieser Entscheidung scheinen komplex zu sein. So gibt es Spekulationen über die Nichtnominierung Eliaschs, die unter anderem mit einem verlorenen Rechtsstreit in der Schweiz gegen einen ehemaligen Geschäftspartner in Verbindung gebracht werden. Die FIS muss einem ehemaligen Geschäftsführer einer Tochterfirma etwa fünf Millionen Euro zahlen. Unklar bleibt, ob Eliasch dieses Problem bis zur Wahl rechtzeitig lösen kann. Zudem wird berichtet, dass auch im schwedischen Verband Vorbehalte gegen Eliasch bestehen, wobei er gleichzeitig die schwedische Staatsbürgerschaft besitzt und auch dort nominiert werden könnte.

Kritik an der letzten Wahl und gespaltene FIS

Obwohl Eliasch im letzten Jahr mit 70 Ja-Stimmen für eine weitere Amtszeit bestätigt wurde, war die Wahl von viel Kritik begleitet. Wie eurosport berichtet, hatten die Delegierten während der Abstimmung nur die Möglichkeit, mit „Ja“ zu stimmen oder sich zu enthalten, eine „Nein“-Stimme war nicht vorgesehen. Diese Regelung führte dazu, dass 56 von 126 stimmberechtigten nationalen Verbänden sich bei der Abstimmung enthielten. Besonders auffällig war der Protest der Delegation des Deutschen Skiverbandes (DSV), die den Sitzungssaal vor der Abstimmung verließ.

Die Entscheidungen von Eliasch und die aktuelle Situation innerhalb der FIS haben in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Insbesondere plant er Reformen, die eine Zentralvermarktung von Rechten für Weltcup-Wettbewerbe umfassen könnten. Derzeit halten nationale Verbände in der Regel die Rechte für diese Wettbewerbe und geben sie teilweise an Makler ab, um Einnahmen zu sichern.

Eliaschs Profil und Engagement

Johan Eliasch ist nicht nur ein Unternehmer, sondern auch ein Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees sowie des British Olympic Association. Er hat in der Vergangenheit signifikante Beiträge im Bereich des Klimaschutzes geleistet. So war er unter anderem der Vorsitzende der Eliasch Review über Klimawandel und globale Wälder im Jahr 2008 und Mitglied von verschiedenen Einrichtungen und Gremien, die sich mit Umweltthemen befassen. Er kennt die Sportwelt durch seine Erfahrungen als ehemaliger Direktor von Special Olympics Great Britain und seine Rolle als Präsident der Marc Hodler Foundation.

Wie sich die Situation um Johan Eliasch und seine mögliche Nominierung entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die FIS steht vor entscheidenden Wochen, in denen die Weichen für die zukünftige Ausrichtung des Ski-Weltverbands gestellt werden. Auch die möglichen Reaktionen aus anderen nationalen Verbänden und die öffentliche Wahrnehmung werden dabei eine wesentliche Rolle spielen.