Am 8. März 2026 wurde mit intensiven Feierlichkeiten der Internationale Frauentag begangen, der jährlich dazu dient, die Gleichstellung aller Geschlechter zu fördern und auf bestehende Diskriminierungen aufmerksam zu machen. Während in Deutschland jede dritte Frau mindestens einmal im Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt erfährt, bleibt der Internationale Frauentag ein wichtiger Anlass zur Reflexion und zum Handeln. Besonders in diesem Jahr fand die Dritte Wiener Frauenwoche statt, organisiert von der Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál, die vom Wiener Stadtregierung in Szene gesetzt wurde.
Die Veranstaltung, die vom 2. bis 8. März stattfand, bot über 200 kostenfreie Events und zog Millionen von Besucherinnen und Besuchern an. Höhepunkt war das Offene Rathaus am 7. März, welches mit einem kostenlosen Eintritt für alle aufwarten konnte. Die Besucher hatten die Möglichkeit, eine isländische Kultdokumentation mit dem Titel „Ein Tag ohne Frauen“ zu erleben, an einer Messe mit 54 Ausstellern teilzunehmen, die musikalischen Darbietungen früherer Teilnehmerinnen des Pink Noise Camps zu lauschen und im Early Eve Clubbing in der Volkshalle mitzutanzen.
Kulturelle Highlights und Ausstellungen
Ein zentrales Element der Wiener Frauenwoche war die Pionierinnengalerie „Wien. Stadt der großen Töchter“, die bis Ende März im Rathaus ausgestellt ist. Der Fokus lag dabei auf den beeindruckenden Lebensleistungen von Käthe Sasso und Rosa Mayreder, deren Tafeln im Rahmen der Ausstellung enthüllt wurden. Darüber hinaus war das KUBUS am Lerchenfelder Gürtel mit Porträts von Aktivistinnen und Politikerinnen vertreten, die ebenfalls bis Ende März gezeigt werden. Die künstlerischen Darstellungen stammen von Nina Maron und bieten einen tiefen Einblick in die Welt weiblicher Errungenschaften.
Die Frauenwoche stellte nicht nur ein umfangreiches Programm von Workshops, Stadtspaziergängen, Tanzkursen, Filmvorführungen, Diskussionen und Vorträgen zur Verfügung, sondern beleuchtete auch aktuelle Themen wie die Gender Pay Gap. In Deutschland verdienen Frauen laut Statistiken im Jahr 2024 rund 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer, was deutlich zeigt, wie wichtig die Fortführung des Kampfes um Gleichstellung bleibt.
Ein Aufruf zur Gleichstellung
Trotz der Fortschritte bleibt der Internationale Frauentag ein mahnender Anlass. Weltweit sind Frauen nach wie vor von Armut, Bildungsbenachteiligung und sexualisierter Gewalt betroffen. Die Pionierinnen der Frauenbewegung, wie Louise Otto-Peters, Helene Lange, Clara Zetkin, Marie Juchacz und Elisabeth Selbert, haben Grundsteine dafür gelegt, dass Frauen heute die Stimme erheben können. Ihr Einsatz für Bildung, Wahlrecht und Gleichstellung wird auch heute noch als wegweisend erachtet, um die Herausforderungen der Gegenwart anzugehen.
Weitere Informationen und Impressionen aus der Dritten Wiener Frauenwoche sind auf den Social Media Kanälen des Frauenservice Wien zu finden, während die Veranstaltung in Wien erneut bewies, wie stark das Engagement für Frauenrechte bleibt. Die weltweite Vernetzung durch Initiativen und Veranstaltungen unterstreicht die Notwendigkeit, Frauenrechte als Menschenrechte zu betrachten und ihnen die Beachtung zukommen zu lassen, die sie verdienen. ORF berichtet über die Details.