Am 24. Februar 2026 wurde eine große Sucheinheit nach einem Lawinenabgang auf der Schmittenhöhe in Österreich aktiviert. Die Pistenrettung entdeckte gegen 17:20 Uhr ein 60 Meter breites und 100 Meter langes Schneebrett, das in der Nähe der Talstation der Bereiteckbahn abgegangen war. Dies löste eine sofortige Alarmierung der Einsatzkräfte aus, die mit 45 Bergretterinnen und -rettern, unterstützt von 25 Feuerwehrleuten, begannen, den Lawinenkegel abzusuchen. Zur Suche kamen Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS), das Ortungssystem Recco sowie vier Suchhunde zum Einsatz. Trotz der intensiven Rettungsaktion stellte sich kurz nach 21:00 Uhr heraus, dass niemand unter den Schneemassen begraben war.

Bernd Tritscher, der Bezirksleiter der Bergrettung Pinzgau, äußerte sich zu den Umständen des Lawinenabgangs. Er vermutete, dass das Schneebrett von einem Variantenfahrer ausgelöst wurde, der anschließend wieder aufgestiegen sei, ohne den Vorfall zu melden. Tritscher appellierte eindringlich an Wintersportler, jeden Lawinenabgang beim Bergrettungs-Notruf 140 oder der Bergbahn zu melden, um unnötige Suchaktionen zu vermeiden. Aktuell wird im Bundesland eine große Lawinengefahr ab der Waldgrenze (Stufe 4) angezeigt, während darunter eine erhebliche Gefahr bestehen könnte. Eine Warnung spricht von der Möglichkeit einzelner spontaner Lawinen, die auch von einzelnen Personen ausgelöst werden können.

Lawinenarten und Gefahren

Lawinen stellen im Winter eine erhebliche Gefahr dar, die jährlich zu Todesfällen führt. Neben dem konkreten Ereignis auf der Schmittenhöhe ist es wichtig, die verschiedenen Arten von Lawinen und deren Ursachen zu kennen. Besonders Schneebrettlawinen machen etwa 95% der Lawinenunfälle aus und werden meist durch Menschen ausgelöst. Diese Lawinen sind typischerweise 50 Meter breit, 200 Meter lang und bis zu 50 Zentimeter mächtig. Die Voraussetzungen für solche Ereignisse sind eine gebundene Schneedecke, flächige Schwachschichten sowie eine Hangneigung über 30 Grad.

Darüber hinaus gibt es Lockerschneelawinen, Gleitschneelawinen sowie Nassschneelawinen. Letztere können häufig im Frühling auftreten und sind oft mit einer Wasseransammlung innerhalb der Schneedecke verbunden, was die Bindungen schwächt. Auch wenn die Gefahrenlage gewahrt ist, stehen Wintersportler oft vor großen Herausforderungen, besonders wenn Wind den Schnee verfrachtet und gefährlichen Triebschnee entstehen lässt. Eine zentrale Informationsquelle, die in solchen Situationen hilfreich ist, sind die täglich erstellten Lawinenlageberichte von staatlichen Warndiensten.

Vorbereitung und Verantwortung im Gelände

Die Sicherheit beim Skifahren abseits gesicherter Pisten hängt stark von der richtigen Vorbereitung und der Einschätzung der Gefahren ab. Bei Hängen, die über 30 Grad steil sind, kann bereits eine Lawine abgehen. Ein Blick auf die europäische Lawinengefahrenskala, die von „gering“ bis „sehr groß“ reicht, ist unerlässlich. Besonders bei einem Wert von Stufe 3 („erheblich“) sollten Wintersportler vorsichtig sein, da diese Stufe oft unterschätzt wird und viele Unfälle dort passieren.

Zur Vermeidung von Gefahren ist es wichtig, die folgenden Faustregeln beim Aufbruch in die Berge zu beachten: Amtliche Warnungen ernst nehmen, lokale Sperrungen beachten, sich nicht auf die Spuren anderer zu verlassen und stets passende Lawinenausrüstung wie ein LVS-Gerät, eine Sonde und eine Schaufel mitzunehmen. Auch sollte der Umgang mit dieser Notfallausrüstung regelmäßig geübt werden.

In Anbetracht der aktuellen Gefahren stellt sich einmal mehr die Frage nach der Verantwortung jedes Einzelnen im Gelände. Die Respektierung von Natur und Wetterbedingungen bleibt ebenso entscheidend wie die rechtzeitige Meldung von Lawinenereignissen, um die Sicherheit aller Wintersportler zu gewährleisten.