In Österreich haben sich fast 100 Repair-Café-Initiativen etabliert, die von Freiwilligen organisiert und betrieben werden. Maria Langsenlehner vom Umweltdachverband hebt hervor, wie wichtig diese ehrenamtliche Unterstützung ist. Die Hauptaufgabe der Freiwilligen liegt in der Organisation, Koordination und Reparatur von Geräten, um deren Lebensdauer zu verlängern und Müll zu vermeiden. Besonders die Regionen Tirol und Salzburg verfügen über die höchste Dichte an Repair Cafés, während in Wien und Kärnten weniger solcher Initiativen anzutreffen sind. Die Mehrheit der Besucher sind ältere Menschen und Familien, was zeigt, dass junge Menschen in diesen Einrichtungen unterrepräsentiert sind.
Die Idee der Repair Cafés stammt aus Amsterdam, wo das erste Café im Jahr 2009 gegründet wurde. Diese lokal organisierten Initiativen sind fest entschlossen, Geräte vor der Müllentsorgung zu retten und somit zur Ressourcenschonung sowie zur Förderung von Gemeinschaft und Kreislaufwirtschaft beizutragen. Nina Birkner-Tröger von der AK Wien betont zudem den finanziellen Vorteil für die Besucher, die durch die Reparatur Geld sparen und gleichzeitig einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten können.
Förderung und Unterstützung
Ein bundesweites Programm, das als Geräte-Retter-Prämie bekannt ist, unterstützt die Arbeit der Repair Cafés und soll das Bewusstsein für die Bedeutung von Reparaturen stärken. Es wird jedoch auch von der Arbeiterkammer gefordert, weitere Unterstützung zu bieten, da es regionale Unterschiede in der Verteilung der Cafés gibt. Politische und finanzielle Unterstützung ist notwendig, um die Infrastruktur der bestehenden Initiativen auszubauen und den Zugang zu Reparaturdiensten für alle zu verbessern.
In Deutschland wird das Thema der Förderung von Reparaturcafés ebenfalls aktiv angegangen. Ab Dezember 2024 können diese Einrichtungen Fördermittel von bis zu 3000 Euro beantragen, um Maschinen, Werkzeuge und Qualifikationsmaßnahmen zu finanzieren. Das Bundesumweltministerium stellt dafür drei Millionen Euro zur Verfügung. Dieses Programm zielt darauf ab, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und die wertvolle Kultur des Reparierens zu fördern. Bundesumweltministerin Steffi Lemke bezeichnet Repair Cafés als unverzichtbare Orte der Bürgerbeteiligung und für das Recht auf Reparatur.
Globale Perspektiven
Weltweit gibt es bereits über 1500 aktive Reparaturinitiativen, die darauf abzielen, Elektroschrott zu reduzieren und nachhaltige Alternativen zum herkömmlichen Konsum zu bieten. Verbraucher zeigen ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit, und viele unterstützen EU-weite Lösungen zur Bekämpfung der vorzeitigen Entsorgung. Schätzungen zufolge könnten nachhaltige Initiativen innerhalb von 15 Jahren etwa 18,4 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Bildung und Bewusstseinsbildung sind entscheidend für die Nachfrage nach diesen nachhaltigen Alternativen.
Um die vorzeitige Entsorgung von Produkten zu verhindern, supporten über zwei Drittel der Verbraucher EU-weite Maßnahmen. Gleichzeitig möchten 59% neue Produkte begrenzen und 64% den Einsatz von Einwegkunststoffen reduzieren. Professionalisierung der Reparaturdienste verbessert die Qualität und Effizienz, während Repair Cafés auch lokale Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft unterstützen.