Am 28. Jänner 2026 gab die österreichische Regierung bekannt, dass sie Fleisch nicht auf die Liste der steuerbegünstigten Lebensmittel setzen wird. Laut den Informationen von exxpress.at umfasst der Warenkorb der begünstigten Produkte eine Vielzahl von Lebensmitteln, darunter Milchprodukte wie Milch, Butter und Joghurt sowie verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Auch Getreide- und Teigwaren sind Teil dieser Liste, während Fleisch weiterhin als nicht grundlegend für die Ernährung angesehen wird. Diese Entscheidung ignoriere die kritischen Stimmen vieler Österreicher, die Fleisch als essentielles Grundnahrungsmittel betrachten.
Die Entscheidung der Regierung stieß auf unterschiedlichste Reaktionen. In Deutschland zeigt sich ein ähnlicher Trend in Bezug auf den Fleischkonsum. Laut WDR lag der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland bei 52 Kilogramm pro Kopf und Jahr, obwohl er seit einigen Jahren rückläufig ist. Diese Menge überschreitet jedoch die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die zwischen 300 und 600 Gramm Fleisch pro Woche empfiehlt – was maximal 31,2 Kilogramm pro Jahr entspricht. Viele Experten und Organisationen begrüßen die Pläne, die eine Erhöhung der Fleischpreise für mehr Tierwohl in Betracht ziehen.
Reaktionen auf die Fleischsteuervorschläge
Der Deutsche Tierschutzbund äußerte sich positiv zu den Plänen von Agrarminister Cem Özdemir, die einen Preisanstieg von 40 Cent pro Kilo Fleisch vorsehen. Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder betonte, dass viele Fleischesser bereit sein sollten, zusätzlich vier Cent je 100 Gramm Fleisch zu zahlen, um den Tieren Wertschätzung entgegenzubringen. Diese Vorschläge könnten den Konsum und die Wahrnehmung von Fleisch in der Gesellschaft nachhaltig beeinflussen.
Die Thematik des Fleischkonsums steht in einem größeren Kontext. In Deutschland entfallen über 50 Prozent des Fleischkonsums auf Geflügel, während auch Tendenzen zu einem Rückgang des Verzehrs von Schweinefleisch zu beobachten sind. Die fleischverarbeitende Industrie in Deutschland umfasst fast 1.500 Betriebe, die jährlich etwa 50 Milliarden Euro Umsatz generieren. Dennoch ist der Auslandsumsatzanteil in dieser Branche eher niedrig, hat jedoch in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.
Trends in der Ernährung
Das Interesse an Alternativen zu Fleischprodukten wächst. Der Bericht von Statista zeigt, dass bereits rund 8,4 Millionen Menschen in Deutschland als Vegetarier leben oder weitgehend auf Fleisch verzichten. Zudem ernähren sich etwa 1,47 Millionen Menschen vegan. Diese Trends kündigen einen Wandel in der Ernährungsweise an, der auch den nationalen Markt für Fleisch und pflanzliche Ersatzprodukte beeinflussen wird.
Die Entwicklungen in Deutschland und Österreich zeigen, dass der Fleischkonsum zunehmend hinterfragt wird und neue Maßnahmen sowie gesellschaftliche Trends die Branche beeinflussen könnten. Die Regierungen stehen vor der Herausforderung, das Gleichgewicht zwischen Tierwohl, Verbraucherinteressen und wirtschaftlichen Aspekten zu finden.