Aktuelle Umfragen zeigen, dass die politische Lage in Österreich angespannt ist. Laut einer neuen INSA-Umfrage, die im Auftrag von exxpress durchgeführt wurde, erreichen die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS gemeinsam nur 45 Prozent der Wählerstimmen. Für eine parlamentarische Mehrheit im Nationalrat wären jedoch mindestens 46 Prozent erforderlich. Im Vergleich zur letzten Umfrage, in der die Koalition noch 48 Prozent erzielte, zeigt sich ein merklicher Rückgang der Unterstützung.
Die Freiheitliche Partei (FPÖ) festigt indes ihre Spitzenposition und kommt auf 38 Prozent, was einem Plus von einem Prozent entspricht. Sowohl die ÖVP als auch die SPÖ verlieren jeweils einen Prozentpunkt und liegen nun bei 19 Prozent. Diese beiden Parteien haben zusammen genau die gleiche Stärke wie die FPÖ allein. Die NEOS verzeichnen einen Rückgang auf 7 Prozent, während die Grünen bei 9 Prozent und die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) bei 3 Prozent stehen. Die sogenannten Sonstigen Parteien erreichen derzeit 5 Prozent, was einen Anstieg von zwei Prozent bedeutet.
Ein Blick auf die deutsche politische Landschaft
Ähnliche Trends sind auch in Deutschland zu beobachten. In der Bundesrepublik laufen die Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD Gefahr, in der Wählergunst zu fallen. Laut einer aktuellen INSA-Umfrage von t-online verliert die Union einen Prozentpunkt und kommt auf 24 Prozent, während die SPD ebenfalls um einen Punkt auf 14 Prozent sinkt. Die AfD bleibt mit stabilen 26 Prozent die stärkste Partei. Auch die Grünen können im Vergleich zur letzten Umfrage zulegen und erreichen 11 Prozent, während Die Linke ebenfalls bei 11 Prozent liegt. Eine Schwarz-Rote-Koalition kommt zusammen auf 38 Prozent, was ebenfalls keine Mehrheit darstellt.
In dem Kontext sind die koalitionspolitischen Optionen durch die Meinungsforschungsresultate und die Wahlgewohnheiten der Wähler beschränkt. Laut Insa-Chef Hermann Binkert gehen 14 Prozent der Stimmen an Parteien, die die Fünf-Prozent-Hürde nicht überwinden würden. Zwar könnten theoretisch Koalitionen gebildet werden, allein die rechnerische Möglichkeit einer Union, SPD und Grünen Koalition würde 49 Prozent ergeben, doch in der Praxis ist die Situation verkompliziert.
Wissenschaftliche Untersuchungen und Methodik
Die Umfragen beruhen zum Großteil auf repräsentativen Telefonumfragen, die regelmäßig von Instituten wie Forsa im Rahmen der Sonntagsfrage durchgeführt werden, welche für RTL Deutschland erhoben werden. Die Sitzverteilung im Bundestag wird nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren ermittelt, das die Stimmenanteile proportional zu den Sitzen im Parlament zuteilt. Dies berücksichtigt die Fünf-Prozent-Hürde, wobei die SSW von dieser ausgeschlossen ist. Das stern hat in seiner Berichterstattung die Entwicklungen und Trends in den Umfragen detailliert dokumentiert.
Die aktuelle Lage der Parteien in Österreich und Deutschland verdeutlicht, dass weder die Regierung in Österreich noch die Koalition in Deutschland über eine stabile Mehrheit verfügen. Die Wählergunst scheint in beiden Ländern auf der Kippe zu stehen, was zukünftige politische Entscheidungen beeinflussen könnte.