Am heutigen Tag hat Real Madrid sich mit einem 2:1-Sieg gegen Benfica Lissabon für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. Nachdem die Madrilenen bereits das Hinspiel mit 1:0 gewonnen hatten, entschieden sie das Rückspiel dank zweier Treffer von Aurelien Tchouameni und Vinicius Junior für sich. Der Sieg wurde jedoch von einem Rassismus-Eklat überschattet, der das Geschehen auf dem Spielfeld beeinflusste und die Gemüter erhitzte. oe24 berichtet, dass Gianluca Prestianni von Benfica wegen beleidigender Äußerungen gegen Vinicius Junior gesperrt wurde.
Die Partie begann turbulent: Benfica ging in der 14. Minute durch Rafa Silva in Führung. Doch Real Madrid konnte schnell antworten, als Aurelien Tchouameni nur zwei Minuten später den Ausgleich erzielte. In der Folge verpasste Rafa Silva mit einem Schuss an die Latte die Möglichkeit zum Doppelpack. In der 77. Minute feierte zudem David Alaba sein Comeback, nachdem er für Raul Asencio eingewechselt wurde. Mit seinem ersten Ballkontakt leitete Alaba den Konter ein, der Vinicius Junior in Position brachte, der schließlich das entscheidende 2:1 erzielte.
Rassismus-Eklat während des Spiels
Die von The New York Times berichtete Eskalation geschah nach Vinicius‘ Tor, als er seinen Treffer mit einem Tanzfeuerwerk nahe der Ecke feierte. Ein Vorfall folgte, als Prestianni ihn mutmaßlich rassistisch beleidigte, woraufhin Vinicius den Schiedsrichter informierte. Der Schiedsrichter sah sich gezwungen, das Spiel für etwa zehn Minuten zu unterbrechen und das Anti-Rassismus-Protokoll zu aktivieren.
Die Vorwürfe wurden von Prestianni zurückgewiesen. Laut ZDF kam es zu einem hitzigen Austausch, während Benfica-Coach José Mourinho Vinicius beschuldigte, den Vorfall provoziert zu haben. Benfica selbst kündigte an, gegen die Disziplinarmaßnahmen der UEFA Berufung einzulegen und sprach von einer „Verleumdungskampagne“ gegen Prestianni.
Langfristiger Kampf gegen Rassismus
Für Vinicius ist dies nicht der erste Vorfall, in dessen Verlauf er rassistisch angegriffen wurde. Insgesamt 26 Fälle von rassistischer Belästigung wurden in La Liga seit Oktober 2021 dokumentiert. Auch die Reaktionen der Fußballgemeinschaft auf diese Vorfälle bleiben oft unzureichend und nicht konsequent genug, was Vinicius dazu veranlasste, seinen Standpunkt klar zu machen: Er möchte Fußball spielen, ohne aufgrund seiner Hautfarbe belästigt zu werden.
Im Rahmen seiner Bemühungen gegen Rassismus erhielt Vinicius Junior kürzlich den Socrates Award beim Ballon d’Or. Insbesondere durch seine humane Arbeit wird deutlich, dass er entschlossen ist, gegen diskriminierende Äußerungen in der Gesellschaft vorzugehen. Real Madrid hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu den jüngsten Vorfällen abgegeben, jedoch stehen alle Zeichen darauf, dass der Klub hinter ihm und den geforderten Sanktionen gegen die Verantwortlichen steht.