Im Festspielhaus St. Pölten präsentiert der Choreograf Joachim Schloemer sein neuestes Tanzstück „Rauschen oder der Nachhall der Tage“. Die Aufführung findet am 21. Februar 2026 um 19.30 Uhr statt, begleitet von einer „bewegten Einführung“ um 18.30 Uhr im Foyer, wo sich die Tänzer unter dem Publikum bewegen werden, bevor das Geschehen sich zum Bühneneingang verlagert.

Das Ensemble besteht aus fünf Tänzerinnen und einem Tänzer, darunter Simea Cavelti, Robert Cornejo und Iva Dixson. Die choreografische Leitung obliegt Joachim Schloemer, der von 2009 bis 2013 das Festspielhaus St. Pölten leitete. In der aktuellen Rolle ist er seit 2024 Leiter des Choreografischen Zentrums und Labor Tanz & Medien am Tanzhaus Basel. Die Produktion ist das Ergebnis einer Koproduktion zwischen dem Tanzhaus Basel und dem Festspielhaus St. Pölten und wird durch die Schweizer Kulturstiftung pro helvetia gefördert.

Das Konzept und die Ästhetik des Stücks

„Rauschen“ thematisiert die Flüchtigkeit des Lebens und die Intensität jedes Augenblicks. Schloemer beschreibt das Stück als eine metaphysische Reise, die sich mit der Vergänglichkeit auseinandersetzt. Er sagt im Programmheft: „Das Leben rauscht an einem vorbei. Das Vergehen der Zeit ist in diesem Tanzstück eine Metapher für das Leben.“ Der zentrale Gedanke der Vergänglichkeit wird durch die physische Energie der Tänzer und die Meditationsklänge von DJ Janiv Oron und Kali Malone unterstützt.

Die Kostüme der Tänzer sind schlicht und schwarz gehalten und spiegeln die melancholische Grundstimmung des Stücks wider. Die Bewegungen sind geprägt von ästhetischen Bildern, wie lässigem Wippen, schwingenden Armbewegungen und Rückwärtsbewegungen. Schloemer verwendet zudem symbolische Elemente, wie die Darstellung eines in Gang gesetzten Kreisels, um den Fluss der Zeit zu verdeutlichen.

Besondere Elemente und musikalische Begleitung

Ein herausragendes Element des Stücks ist das letzte Drittel, das Sequenzen enthält, die aus Michael Jacksons „Thriller“-Video variieren. Diese Mischung aus zeitlupenhaften Abläufen und abrupten textlichen Einsprengseln verleiht der Aufführung einen dynamischen und kontrastierenden Charakter. Die imposante Kombination von Tanz und Live-Musik, die in diesem Stück verschmilzt, führt zu einer einzigartigen künstlerischen Erfahrung.

Joachim Schloemer hat in seiner Karriere stets die Vergänglichkeit des Lebens thematisiert. In „Rauschen“ nutzt er fünf Stationen des Lebens – Geburt, volles Leben, Alter, Krankheit und Tod – um diese Grundidee zu illustrieren. Sein Konzept, das als stringent beschrieben wird, fordert das Publikum auf, über den Nachhall des Gesehenen und Erlebten nachzudenken, auch nachdem die Darbietung endet.

Für weitere Informationen zu den kommenden Aufführungen und dem Programm besuchen Sie die Seiten von der Kleinen Zeitung, Festspielhaus und Joachim Schloemer.